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Beschreibung:
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03.10.2010 - 21:20 Uhr bis 22:45 Uhr MESZ Lange mußte ich warten, bis ich endlich die Gelegenheit hatte, den Kometen 103P/Hartley mit eigenen Augen am Himmel zu sehen. Der Himmel ist heute Abend etwas diesig, die Durchsicht daher nicht so gut, wie sie eigentlich für eine Kometenbeobachtung notwendig ist. Ich bin schon zufrieden, daß es endlich mal wolkenlos ist. Zunächst suche ich den Kometen mit meinem 10x56 Fernglas. Dabei übersehe ich ihn mehrmals, weil ich eigentlich ein helleres und auffälligeres Objekt erwartet habe. Schließlich werde ich doch noch fündig. Ich sehe ein ziemlich dunkles, diffuses Nebelfleckchen mit einem etwas aufgehellten Kern. Die scheinbare Helligkeit schätze ich mal auf 7,5 bis 7,0 mag. Also nichts spektakuläres, aber der Komet ist wenigstens zu sehen. Dann folgt die Beobachtung mit meinen 10’’ Dobson. Im 32’er Plössl kann ich den Kometen problemlos auf Anhieb sehen, allerdings erscheint er mir im Teleskop eher dunkler als im Fernglas. Die scheinbare Helligkeit schätze ich eher auf 8,0 bis 7,5 mag. Der Kontrast ist im Plössl besser als im Fernglas, ich nehme daher die äußere, diffuse Koma besser wahr. Sie ist grob geschätzt etwa 20’ groß, Im 25’er Plössl und im 18’er Radian ist das Bild ähnlich. Mit dem 18’er Radian habe ich heute den besten Beobachtungseindruck. Der Kontrast ist ausgeprägter und die äußere Koma besser zu sehen als in den beiden Plössl’s. Die innere Koma erscheint im Vergleich mit der äußeren wesentlich heller. Einen Schweif kann ich nicht ausmachen, auch keinen Schweifansatz. Bei der Beobachtung mit dem 8’’ Hofheim fällt mir auf, daß das Bild in allen Okularen heller und kontrastreicher ist. Hier ist heute Abend das 12’er Radian der Favorit, bester Kontrast und bester Seheindruck.
08.10.2010 - 23:15 Uhr bis 23:45 Uhr MESZ Ich habe den Kometen heute krankheitsbedingt nur mit meinen beiden Ferngläsern beobachten können. Die Wetterbedingungen sind deutlich besser als die vom 3.10., der Himmel ist klar, die Durchsicht gut bis sehr gut. Der heutige Beobachtungseindruck im 10x56 ähnelt dem vom 3.10. Ich erkenne 103P/Hartley diesmal allerdings wesentlich schneller, was sicherlich am wesentlich besseren Himmel liegt. Der Komet stellt sich als längliches, fast rundes Nebelfleckchen mit deutlich aufgehelltem Kern und einer sehr großen äußeren Koma dar. Diese schätze ich heute auf etwa 25’. Die innere Koma ist im Gegensatz zur Erstbeobachtung wesentlich heller. Es ist wieder kein Schweif zu sehen, auch kein Schweifansatz. Die scheinbare Helligkeit schätze ich heute Abend auf etwa 7.0 bis 6.5 mag. Der Komet bietet zusammen mit dem Doppelsternhaufen h und Chi Persei (NGC 869 / NGC 884) im 10x56 Fernglas einen sehr schönen Anblick. Er steht etwas weiter rechts unter dem Doppelsternhaufen. Im 7x50 stellt sich der Schweifstern etwas dunkler, kleiner und kontrastärmer dar. Die äußere Koma wirkt ebenfalls kleiner. Ich schätze die Größe in diesem Fernglas auf etwa 15’.
09.10.2010 - 22:30 Uhr bis 10.10.2010 - 01:30 Uhr MESZ Gegen 22:00 Uhr habe ich meinen 8’’ Hofheim Reise-Dobson aufgebaut und zum Auskühlen nach draußen gebracht, weil ein Blick in den Himmel mir kund tat, daß es sich heute Nacht lohnt den Kometen zu beobachten. Klarer Himmel mit guter Durchsicht, kein Nebel, keine Feuchtigkeit, keine Wolken - einfach ideal. Bis das Teleskop ausgekühlt ist habe ich den Kometen im 10x56 Fernglas betrachtet. In Vergleich zu meiner Fernglasbeobachtung vom 08.10. hat sich der Komet nicht merklich verändert. Die Eckdaten sind in etwa gleich geblieben - scheinbare Helligkeit etwa 6.3 mag, Form fast rund, etwas länglich, mit aufgehelltem inneren Kern. Größe der äußeren, sehr diffusen Koma ca. 25’ bis 30’, Im direkten Vergleich zum offenen Sternhaufen mit der Bezeichnung Tr 2 (Trumpler 2), der auch die Katalogbezeichnung Cr 29 (Collinder 29) trägt, erscheint 103P/Hartley merklich dunkler aber deutlich größer. Der Sternhaufen hat eine Größe von 20’ und eine scheinbare Helligkeit von 5.9 mag. Im Hofheim ist 103P/Hartley sehr schön zu sehen. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß der Komet einen sehr kleinen und schmalen Schweifansatz innerhalb seiner Koma zeigt, den ich aber nur schwer und nur bei indirektem Sehen wahrnehmen kann. Ich bin mir da aber nicht wirklich sicher. Der zentrale Bereich des Kometen scheint mir im Vergleich zu meiner ersten Beobachtung am 03.10. größer geworden zu sein. Ich habe im Verlauf der Beobachtung im Teleskop versuchsweise meinen CLS-Filter eingesetzt. Der Komet zeigt sich mit diesem Filter mit einem besseren Kontrast. 103P/Hartley bewegt sich sehr schnell am Himmel, innerhalb von nur einer Stunde hat sich seine Position gegenüber den benachbarten Sternen schon deutlich verschoben. Der Komet ist zwar sehr schön anzusehen, aber spektakulär ist er nicht wirklich. Ich bin äußerst gespannt, wie sich der Schweifstern weiter entwickelt. Wie hell wird er werden? Kann man ihn tatsächlich mal mit bloßem Auge sehen? Wird er einen Schweif zeigen?
10.10.2010 - 21:00 Uhr bis 22:30 Uhr MESZ
Heute Abend beobachte ich den Kometen bei klarem Himmel und ausgezeichneter Durchsicht mit meinem 10’’ Dobson. Im Sucher kann ich ihn nur mit Mühe erkennen, und nur weil ich weiß, wo ich suchen muß, Eine Sichtung mit bloßem Auge ist mir auch heute nicht möglich. Gegen 21:00 Uhr MESZ befindet sich 103P/Hartlay knapp unterhalb vom Stern GSC 3705:30. Gegen 22:00 Uhr MESZ steht der Schweifstern bereits knapp links unterhalb vom Stern GSC 3705:265, wobei Norden oben und Osten links ist. Siehe dazu auch die nebenstehende Grafik, die den Himmel gegen 21:30 Uhr MESZ darstellt. Im Okular meines Dobson ist der Anblick gegenüber der Grafik um 180° gedreht. Dennoch habe ich für die Grafik diese Orientierung gewählt, weil in den meisten Planetariumsprogrammen im allgemeinen genau diese Darstellung üblich ist. Ich kann mit diesen Sternen im Gesichtsfeld meiner Okulare die enorme Geschwindigkeit erkennen, mit der sich 103P/Hartley am Himmel fortbewegt. Gut erkenne ich die zentrale Aufhellung in der etwas lang gezogenen Form des Kometen. Die scheinbare Helligkeit schätze ich um die 6.1 mag, die Größe der äußeren, sehr diffusen Koma beträgt schätzungsweise 30’. Bei indirektem Sehen glaube ich auch heute wieder einen kurzen, schmalen Schweifansatz innerhalb der Koma des Kometen sehen zu können, aber das ist nicht sicher. Im CLS Filter ist der Kontrast verstärkt und der Komet etwas besser zu sehen. Ich benutze heute Abend folgende Okulare: TeleVue Plössl 32 mm, TeleVue Plössl 25 mm, TeleVue Radian 18 mm und TeleVue Radian 14 mm. Die beiden Radian-Okulare bieten das etwas bessere Bild, das 18’er den schönsten Anblick. Fazit: Der Komet 103P/Hartley ist ein sehr diffuses, flächenlichtschwaches Objekt am Himmel und bis jetzt keineswegs ein Komet, der die breite Öffentlichkeit begeistern kann.
11.10.2010 - 23:15 Uhr bis 12.10.2010 - 2:25 Uhr MESZ Heute Beobachtung im 10x56 Fernglas bei besten Wetterbedingungen. Trockene, kalte Luft und beste Durchsicht. Keine Wolken, glasklarer Himmel. So macht das “Sterne gucken” richtig Spaß. Aber leider ist es mir heute Nacht nicht möglich, einen meiner Dobson’s aufzubauen und auskühlen zu lassen. Aber bei dem Wetter will ich wenigstens mit dem Fernglas ein paar kurze Beobachtungen durchführen. Bis zur Dunkeladaption meiner Augen sehe ich mir diverse offene Sternhaufen an, die im großen Gesichtsfeld des Fernglas und der plastischen Wahrnehmung mit beiden Augen immer wieder sehr schön anzusehen sind. Viel Zeit verbringe ich beim Betrachten meines Lieblingsobjekt, dem Paradeobjekt unter den offenen Sternhaufen überhaupt - h und Chi Persei (NGC 869 / NGC 884). Jetzt wende ich mich dem Kometen 103P/Hartley zu. Freiäugig kann ich den Schweifstern leider nicht erhaschen, aber im Fernglas finde ich ihn leicht und erfreue mich am netten Anblick. Er sieht auf den ersten Blick nahezu rund aus. Erst bei genauem Hinsehen nehme ich die etwas längliche Form wahr. Die innere Koma ist um einiges heller als die etwa 30’ große, ziemlich diffuse äußere Koma, die gegenüber dem Himmelshintergrund für mich nicht klar abgegrenzt ist. Ich denke, daß die schwer einschätzbare, scheinbare Helligkeit des Kometen bei etwa 5.9 mag liegt. Im Gegensatz zur letzten Teleskopbeobachtung erkenne ich keinen Schweif und auch keinen Schweifansatz. Als ich Orion am Himmel sehe widme ich auch M 42 noch ein wenig Zeit. Ich sehe auf die Uhr und kann es nicht glauben - so spät ist es schon wieder geworden? Nun ja, bei so guten äußeren Bedingungen merke ich halt nicht, wie schnell die Zeit vergeht. Abmarsch zum PC, Bericht schreiben, hochladen und dann zum Schlafen ab ins Bett.
17.10.2010 - 23:15 Uhr bis 18.10.2010 - 04:00 Uhr MESZ Auf Grund der schlechten Wetterverhältnisse kann ich leider nicht durchgängig beobachten und auch meine meine Dobson’s nicht für die Kometenbeobachtung einsetzen. Ich greife daher auf meine Ferngläser zurück. Freiäugig ist der Komet noch immer nicht zu sehen. Im 7x50 kann ich den Kometen zwar erkennen, aber nicht wirklich beobachten. 103P/Hartley stellt sich nur als verwaschenes, nebeliges Fleckchen dar. Selbst der eigentlich hellere Kern ist nicht klar definiert. Im 10x56 sieht das schon etwas anders aus. Ich beobachte während der immer wieder auftretenden Wolkenlücken einen sehr diffusen Kometen mit eindeutig hellerem Kern. Die äußere, zwischenzeitlich klar wahrnehmbar länglich erscheinende Koma ist noch immer riesig. Leider ist die Durchsicht wegen dem diesigen Wetter nicht gerade gut. Daher erscheint mir die Koma heute wohl auch kleiner als sie ist. nämlich schätzungsweise um die 25’. Da sich die äußere Koma nicht richtig gegen den Himmelshintergrund absetzen kann ist sie nicht klar abgegrenzt. Sie kann auch etwas größer sein, als ich sie heute Nacht im Fernglas erkennen kann. Ich sehe weder einen Schweif noch einen Schweifansatz. Die scheinbare Helligkeit schätze ich, wegen dem etwas diesigen Himmel und der damit verbundenen schlechten Durchsicht, auf einen Wert zwischen etwa 5.9 und 6.1 mag.
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