Planet Merkur im JanuarEphemeriden Merkur kann unter guten Sichtbedingungen zu Monatsbeginn tief am Südosthorizont in der Morgendämmerung gesehen werden. Am 29. Dezember des Vorjahres stand Merkur mit 22°27' Winkelabstand in größter westlicher Elongation von der Sonne. Am 1. erfolgt der Aufgang des -0,3 mag hellen Merkur um 6:34 Uhr. Die Sonne folgt um 8:18 Uhr. Von etwa 6:50 Uhr an kann der flinke Planet für eine Stunde freiäugig gesehen werden. Bis 5. verspäten sich die Merkuraufgänge um zehn Minuten, die Merkurhelligkeit bleibt unverändert. Um Merkur zu finden, kann Venus hilfreich sein. Denn Merkur hält sich in ihrer Nähe auf und wandert am 14. nur 21' südlich an ihr vorbei. Mit -3,9 mag ist Venus wesentlich heller und somit viel leichter aufzufinden als Merkur. Im Teleskop zeigt sich das 6" große Planetenscheibchen schon ziemlich rundlich. Die Phase nimmt zu ("Halbmerkur" war am 25. Dezember 2004), das Merkurscheibchen schrumpft. Zu Monatsanfang sind 70 %, zu Monatsende bereits 97 % des Merkurscheibchens beleuchtet - die Phase "Vollmerkur" ist fast erreicht. Nach dem 5. wird man allerdings vergeblich mit bloßen Augen nach Merkur Ausschau halten. Allenfalls einige Tage nach dem 5. wird man den sonnennahen Planeten noch mit dem Fernglas aufstöbern können. Am 23. passiert Merkur seinen sonnenfernsten Bahnpunkt, das Aphel. Im Aphel bewegt sich Merkur mit seiner geringsten Bahngeschwindigkeit, das sind 39 Kilometer pro Sekunde oder 140.400 Kilometer pro Stunde. Im Aphel trennen Merkur 70 Millionen Kilometer oder 0,47 AE von der Sonne. Die Begegnung mit Pluto am 5. bleibt mit den Mitteln des Sternfreundes unbeobachtbar. Quellenangabe: Kosmos Himmelsjahr de Luxe
MerkurtransitDer sonnennächste Planet Merkur kreist, wie die Venus, innerhalb der Erdbahn. Dabei steht er druchschnittlich alle 116 Tage zwischen Erde und Sonne. Das ist dann die untere Konjunktion. So, wie es nicht bei jedem Neumond eine Sonnenfinsternis gibt, steht auch Merkur nicht bei jeder unteren Konjunktion genau genug zwischen uns und der Sonne. Nur wenn Merkur bei seiner unteren Konjunktion auch die Ebene der Erdbahn passiert, trifft der Merkurschatten die Erde. Von der Erde aus gesehen ist dieser Merkurdurchgang quasi eine ringförmige Sonnenfinsternis. Für die Beobachtung eines solchen Merkurdurchgang vor der Sonne muß ein speziell ausgerüstetes Teleskop verwendet werden. Etwa alle 10 Jahre findet ein solches Ereignis statt. Meist bieten Sternwarten an, diese Durchgänge dort mit beobachten zu können. Merkur selbst beobachten
Der Planet Merkur steht am Himmel immer sehr nahe bei der Sonne. Unter günstigen Bedingungen kann er am Abendhimmel als relativ heller Stern gesehen werden. Er steht dann in der Richtung, in der die Sonne vorher untergegangen ist. Für die Morgensichtbarkeit gilt das gleiche, nur geht Merkur dann vor der Sonne auf. Sichtbarkeitsangaben liefern Jahrbücher, wie z.B. das Kosmos Himmelsjahr. In einem mittleren bis großen Amateurteleskop kann Merkur als rundliches oder als sichelförmiges Scheibchen gesehen werden. Oberflächendetails bleiben dem Hobbyastronomen verborgen. Grafiken (c) Kosmos Himmelsjahr de Luxe
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