Ein schönes Übungsobjekt für Einsteigerinnen und Einsteiger in die Praxis der Doppelsternbeobachtung ist der Vierfachstern in der Leier, mit der korrekten Bezeichnung Epsilon1,2 Lyrae. Er steht knapp neben der hellen Wega (Alpha Lyr), dem einen Eckstern im Sommerdreieck. Schon mit guten Augen erscheint Epsilon Leier länglich. Sehr gute Augen trennen ihn sogar, was aber selten vorkommt, da es sich um nicht sehr helle Lichtpunkte handelt. Im Fernglas erkennt man auf alle Fälle zwei etwa gleich helle Lichtpunkte, nämlich Epsilon 1 und Epsilon 2 in 209" Distanz. Im Teleskop ab etwa 8 cm freier Öffnung (bei Spiegelteleskopen besser ab 10 cm Öffnung) erscheinen Epsilon1 und Epsilon 2 je doppelt. Sowohl Epsilon 1 als auch Epsilon 2 sind jeweils enge Doppelsterne mit 2,5” bzw. 2,4” Distanz. Alle vier Komponenten leuchten in einem weißen Licht und sind zwischen 5 mag und 6 mag hell. Epsilon Lyr ist 160 Lichtjahre von uns entfernt.