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Astronomische Jahreszeiten

In der Astronomie versteht man unter den Jahreszeiten den Zeitraum zwischen einem Äquinoktium, also einer Tagundnachtgleiche, und einem Solstitium, also einer Sonnenwende, beziehungsweise einer Sonnenwende und einer Tagundnachtgleiche. Zur Zeit dauert der astronomische Frühling vom Frühlingsäquinoktium (21.3.) bis zur Sommersonnenwende (21.6.) insgesamt 92 Tage und 19 Stunden. Der astronomische Sommer beginnt mit dem Sommersolstitium am 21.6. und endet mit der Herbsttagundnachtgleiche am 23.9., womit sich eine Länge von 93 Tagen und 15 Stunden ergibt. Der astronomische Herbst dauert vom Herbstäquinoktium am 23.9. bis zur Wintersonnenwende am 21.12. und hat somit eine Dauer von 89 Tagen und 20 Stunden. Der astronomische Winter beginnt am Tag des Wintersolstitium am 21.12. und endet am Tag der Frühlingstagundnachtgleiche am 21.3. und hat somit eine Länge von 89 Tagen und 0 Stunden. Die hier geschilderte unterschiedliche Dauer der astronomischen Jahreszeiten ist in erster Linie durch die ungleichförmige Geschwindigkeit der Erde während ihres Umlaufs um die Sonne bedingt. Aber auch die Tatsache, daß die Apsidenlinie (Verbindungslinie des sonnennächsten mit dem sonnenfernsten Punkt der Umlaufbahn der Erde um die Sonne) weder mit der Verbindungslinie der Solstitialpunkte noch mit der der Äquinoktialpunkte zusammenfällt, spielt eine Rolle. Das soll auch die Grafik verdeutlichen.

Astronomische Jahreszeiten

 

Die im Text und in der Grafik angegebenen Daten können sich um einen Tag verschieben, weil das Kalenderjahr nicht mit dem tropischen Jahr übereinstimmt und weil der Beginn der Tageszählung von der geographischen Länge des Beobachtungsortes abhängt. Auch die angegebene Dauer der Jahreszeiten ist nicht fix. Sie ändert sich langsam, weil sich infolge der Präzession die Äquinoktialpunkte und auch die Solstitialpunkte entlang der Ekliptik verschieben. Da diese sich verschiebenden Punkte den Beginn der Jahreszeiten angeben ist die Änderung der Dauer der Jahreszeiten leicht ersichtlich. Verstärkt wird dies noch dadurch, daß sich auch die mittlere Erdgeschwindigkeit bei der Reise der Erde um die Sonne verändert. Das wird durch die von den anderen Planeten ausgeübten Störungen auf die Bewegung der Erde verursacht, weil sich dadurch der sonnennächste Punkt der Erde beim Sonnenumlauf bewegt, der aber wiederum maßgeblich ist für die Erdumlaufgeschwindigkeit um die Sonne.

Meteorologische Jahreszeiten

Die meteorologischen Jahreszeiten sind überwiegend durch die bekannten klimatischen Unterschiede gekennzeichnet. Sie werden durch die Neigung der Äquatorebene der Erde gegen die Erdbahnebene verursacht. Die Lage der Äquatorebene der Erde im Raum ist während des gesamten Erdumlaufs der Erde um die Sonne gleich. Der Neigungswinkel der Äquatorebene der Erde gegen die Erdbahnebene beträgt etwa 23,5°. Während des astronomischen Frühlings und Sommers ist die Nordhalbkugel der Erde der Sonne zugewandt und während des Herbstes und Winters ist es die Südhalbkugel, die sich der Sonne zuwendet.

SB-Fruehling
SB Sommer

Stand der Erde im Frühling auf der Nordhalbkugel

Stand der Erde im Sommer auf der Nordhalbkugel

SB Herbst
SB-Winter

Stand der Erde im Herbst auf der Nordhalbkugel

Stand der Erde im Winter auf der Nordhalbkugel


Dadurch fallen die Sonnenstrahlen auf der Nordhalbkugel der Erde im Frühling und Sommer steiler ein als es auf der Südhalbkugel der Fall ist. Durch den steileren Einfall der Sonnenstrahlen ergeben sich dann auf der Norhalbkugel höhere Temperaturen als auf der Südhalbkugel. Außerdem ist auch die Dauer der Sonneneinwirkung auf der Nordhalbkugel dann länger als auf der Südhalbkugel. Es ist also auf der Nordhalbkugel der Erde wärmer und länger hell als auf der Südhalbkugel der Erde. Im Herbst und Winter ist es dann genau umgekehrt, weil sich zu dieser Zeit die Südhalbkugel der Erde der Sonne zugewandt hat. Für die unterschiedlichen klimatischen Verhältnisse während unserer Jahreszeiten sind also demzufolge hauptsächlich die herrschenden Temperaturen verantwortlich, die sich aus den hier geschilderten Gründen ergeben.

Die astronomischen Begriffe Tagundnachtgleiche sowie Sonnenwende werden auf dieser Seite meiner Homepage näher betrachtet.

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