Montierung und Stativ

 

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Montierung und Stativ

Damit man mit dem Telsekop beobachten kann, braucht man noch eine Montierung und ein Stativ. Eine gute Teleskopqualität wird oft wieder zunichte gemacht, wenn die Montierung und das Stativ nicht zum Telekop passen. Dann kommt es dazu, daß man nicht richtig scharf stellen kann oder das Telekop bei Windeinwirkung so wackelt, das man nicht mehr richtig beobachten kann. Dies kann man vermeiden, in dem man sich eine stabile, eventuell sogar etwas überdimensionierte Montierung und ein solides Stativ zulegt. Dann macht das Beobachten der Himmelsobjekte richtig Spaß und man kann sein Hobby stressfrei betreiben.

Stativ Holz

Die Montierung muß also demzufolge:
- stabil und möglichst schwingungsarm aufgestellt werden können
- feinfühlige Verstellung ermöglichen, ohne zu ruckeln
- präzise angefertigt sein

Das Stativ muß eine solide Basis für das gesamte Teleskop samt Montierung bilden. Es gibt Stative aus mehreren Materialien und in verschiedensten Ausführungen und Höhen. Grundsätzlich ist ein Holzstativ einem Metallstativ vorzuziehen. Metall leitet Schwingungen bis zum Teleskop weiter während Holz die Schwingungen dämpft. Wichtig ist auch, daß das Stativ wirklich stabil ist, und zwar insbesondere wenn es voll ausgezogen werden muß.


Montierungsarten

Azimutal
Azimutalmontierung

Die azimutale Montierung ist eine einfach zu bedienende Montierung, die eine waagerechte und eine senkrechte Verstellung des Teleskop ermöglicht. Sie bietet eine hohe Stabilität bei relativ kleinem Eigengewicht. Eine azimutale Montierung hat Wellen für die Nachführung des Teleskop. Die azimutale Montierung ist schnell einsatzbereit. Sie wird hingestellt und man kann sofort damit arbeiten. Diese einfache Handhabung macht die azimutale Montierung für den Benutzer interessant. Der Beobachtungskomfort bei hohen Vergrößerungen, wie sie oft bei der Beobachtung von Mond und Planeten angewendet werden, ist nicht so gelungen.

Azimutal Dobson
Dobsonmontierung

Hier arbeitet man mit einer Rockerbox. Sie erlaubt die Verstellung nach rechts und links durch eine Drehung der Box auf der Grundplatte. Das Teleskop selbst hat Höhenräder, mit dem es in die Box eingehangen wird. Durch die Höhenräder kann man das Teleskop nach oben und unten bewegen. Ein Stativ entfällt. Diese Montierungsart ist ausgesprochen preiswert und bei vernünftiger Verarbeitung auch sehr stabil und präzise. Sie erlaubt dann auch eine absolut ruckelfreie Nachführung.

Parallaktisch Deutsche Montierung

Die parallaktische Montierung, die auch Detsche Montierung genannt wird, ist bei Hobbyastronomen sehr beliebt. Sie ist eigentlich auch eine azimutale Montierung. Aber man kann im Gegensatz zur normalen azimutalen Montierung die Achsen neigen. Die Rektaszensionsachse wird auf den Himmelspol ausgerichtet. Damit ist diese Achse eine Verlängerung der Achse, um die sich unsere Erde dreht. Der Himmelspol befindet sich auf der Nordhalbkugel der Erde in der Nähe des Polarsterns Polaris. Die Aufstellung der parallaktischen Montierung ist aufwendig. Die Montierung muß nämlich auf den Himmelpol eingestellt werden, was man einnorden nennt. Bedingt durch die Ausrichtung der Rekaszensionsachse auf Polaris ist die Aufstellung der Montierung schief. Daraus ergibt sich zwangsläufig, daß die Stabilität der Montierung leidet. Um dies auszugleichen, ist die parallaktische Montierung immer schwerer als eine normale azimutale Montierung. Das Einnorden ist zu Beginn nicht einfach, aber mit der Zeit geht sie leicht von der Hand. Anfänger sollten sich dabei nach Möglichkeit an erfahrene Hobbyastronmen wenden, die ihnen den Umgang mit der Montierung praktisch beibringen können. Die parallaktische Montierung gleicht die Erdrotation aus, wegen der die Sterne scheinbar in einem Bogen von ost nach west wandern. Dieser Ausgleich erfolgt nur über die Rektaszensionsachse. Man muß also beim Beobachten nur an der biegsamen Welle dieser Achse drehen, um das zu beobachtende Himmelsobjekt in der Mitte des Okulars zu halten. Dieses Drehen an der biegsamen Welle kann man sich auch noch ersparen, wenn man an dieser Achse eine motorische Nachführung anbringt. Mit Hilfe dieser motorischen Nachführung bleibt das Objekt immer im Zentrum des Okulars. Nun kann man auch das Okular herausnehmen und eine Kamera ansetzen, um automatisch nachgeführte Astrofotos anzufertigen. Dazu muß die Montierung aber sehr genau eingenordet sein. Und diese sehr genaue Einnordung erreicht man durch die Benutzung eines Polsuchers, der in die Montierung eingeschraubt wird und meist auch zu beleuchten ist, was den Umgang mit diesem Gerät sehr erleichtert.

Gabelmontierung
AT Gabelmontierung-1

Bei dieser Art der Montierung hängt das Telekop in einer hufeisenähnlichen Gabel. In dieser Gabel erfolgt die Verstellung in der Höhe. Für die rechts-links-Drehung ist die Gabel auf einer Platte montiert. Sie ist azimutal gebaut, kann aber auch parallaktisch genutzt werden, wenn man eine Polhöhenwiege anbringt, die die Ausrichtung der Rektaszensionsachse auf den Himmelspol ermöglicht. Der Vorteil der Gabelmontierung ist die Gewichtseinsparung gegenüber einer deutschen Montierung und man braucht auch kein Gegengewicht. Nachteilig ist die niedrigere Stabilität bei der parallaktischen Nutzung.

GoTo Montierung
AT GoTo

 

GoTo Montierung
AT GoTo-1

Der Computer macht es möglich - die fast schon vom Astronomiemarkt verschwundene Gabelmontierung lebt wieder. Denn im Bereich der automatischen Positionierung des Teleskop kann sie sinnvoll eingesetzt werden. Dabei wird die Gabelmontierung azimutal aufgestellt. Die statischen Verhältnisse sind dadurch sehr günstig und auch die mechanische Stabilität ist gegeben. Die automatische Positionierung ist sehr einfach, die Montierung wird hingestellt und eingeschaltet. Der Tubus wird danach auf zwei Sterne gerichtet und so geeicht. Danach können die im Computer gespeicherten Objekte am Himmel aufgerufen und eingestellt werden. Soweit die Theorie. In der Praxis klappt das aber nicht immer so, denn der Anwender muß sich am Himmel auskennen, um die Referenzsterne zu finden und richtig einzustellen. Und wenn man sich am Himmel auskennt, braucht man eigentlich keine automatische Positionierung. Außerdem ist die gelieferte Elektronik kostenintensiv. Man sollte sich also sehr gut überlegen, ob man das wirklich braucht, oder ob man sein Geld nicht lieber in eine bessere Optik und eine stabilere deutsche Montierung stecken will.

Es geht übrigens auch noch einfacher – und damit auch noch kostspieliger – mit Hilfe der GPS-Systeme, die die GPS-Signale zur Feststellung von Standort, Datum und Uhrzeit nutzen und sich eines eingebauten Kompaß bedienen. Da muß man dann wirklich nur noch einschalten und abwarten, bis der Computer alle Schritte der vollautomatischen Positionierung durchgeführt hat. Danach Himmelsobjekt auswählen, anfahren lassen und ansehen. Dann das nächste Objekt auswählen, ansehen und weiter geht’s. Aber mit dem Himmel beschäftigt man sich dann nicht mehr, weil sich ja auch ohne grundlegende Kenntnisse alles finden lässt.

Eine wichtige Einschränkung soll nicht unerwähnt bleiben: Astrofotografie ist nur mit kurzen Belichtungszeiten von maximal 30 Sekunden möglich. Bei längeren Belichtungen tritt Bildrotation auf.

Es gibt aber auch parallaktische Montierungen deutscher Bauart mit automatischer Positionierung. Eine solche Montierung muß aber sehr genau eingenordet werden, um das Ziel mitten im Okular zu sehen. Ist die Montierung nicht hundertprozentig eingenordet, wird das Objekt ungenau eingestellt und man sieht es nicht im Okluar. Ein Polsucher ist hier also zwingend notwendig.

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