Im Fernglas erkenne ich zunächst nur den Sternhaufen, der etwas verschwommen wirkt. Im Teleskop ändert sich das Bild grundlegend. Der Sternhaufen ist sehr gut zu sehen. Er ist umschlossen von einem weißlich-grauen, kaum zu erkennenden Nebelgebiet. Der hellste Stern zeigt Farbe- gelblich-orange will ich sie mal umschreiben. Dann bringe ich den O III Filter am Okular an, und bin echt gespannt, wie sich der Anblick verändern wird. Das ist heute nämlich der erste Einsatz des Filters. Was ich jetzt sehe, raubt mir fast den Atem. Die Sterne in der Mitte des Okular sind leicht eingefärbt und lichtschwächer geworden - aber der Rosettennebel springt mir förmlich ins Auge. Er tritt hell und kontrastreich in den Vordergrund. Sehr einfach ist jetzt die Wahrnehmung der hellen und dunklen Gebiete innerhalb des Nebels möglich. Ich kann mich nicht von diesem Anblick lösen. Je länger ich das Bild betrachte, desto mehr Einzelheiten nehme ich wahr. Insgesamt habe ich mir dieses Objekt nun über 30 Minuten lang angesehen und mit eigenen Augen erlebt, daß sich die Anschaffung des Nebelfilter, ebenso wie die weite Anreise zum Vogelsberg, absolut gelohnt hat.