Lage und Ausdehnung des Kuiper-Gürtel im Vergleich zu den Bahnen der äußeren Planeten. Darstellung von oberhalb der Planetenebene aus gesehen (obere Darstellung) und von der Planetenebene aus gesehen (untere Darstellung) Bild aus dem Redshift-Astronomielexikon (c) United Soft Media (USM)
Der Kuiper-Gürtel wurde nach Gerard Kuiper, einem rennomierten niederländisch-amerikanischen Planetenwissenschaftler, benannt, nach dem dieser 1951 in theoretischen Arbeiten über den Ursprung des Planetensystems die Existenz dieses Gürtels vorhergesagt hatte. Allerdings hatte ein irischer Theoretiker, Kenneth E. Edgeworth, ähnliche Argumente bereits 1943 und 1949 publiziert. In Anerkennung seiner Leistung wird der Gürtel manchmal auch als Edgeworth-Kuiper-Gürtel bezeichnet. Der Kuiper-Gürtel ist eine Ansammlung von kleinen, eisigen Körpern, die in ihrer Größe den Asteroiden entsprechen und sich in einer ringförmigen Region in der Ebene des Sonnensystems befinden, die sich von der Neptunbahn - 30 AE von der Sonne - möglicherweise bis zu 100 oder 150 AE hinaus erstreckt. Der Gürtel, dessen Mitglieder als 'Kuiper-Gürtel-Objekte', 'Trans-Neptunische Objekte' oder 'Eiszwerge' bezeichnet werden, ist vermutlich die Quelle der kurzperiodischen und auch der mittelperiodischen Kometen. Den ersten Beobachtungshinweis auf die Existenz des Kuiper-Gürtels stellte im Jahr 1992 die Entdeckung des schwachen Objekts 1992 QB1 dar, das auf einer fast kreisförmigen Bahn etwa 50 AE von der Sonne entfernt läuft. In den folgenden Jahren wurden ca. 800 weitere Objekte auf ähnlichen Bahnen entdeckt. Die Abkürzung für diese Objekte lautet KBO und ist von Kuiper Belt Objekt abgeleitet. Sie lassen sich in drei unterschiedliche Gruppen unterteilen. Resonante KBOs sind Objekte, die sich auf resonanten Bahnen zu Neptun bewegen und dadurch in ihrer Bahn bei ungefähr 40 AE stabilisiert werden. Klassische KBOs bewegen sich mit kleinen Exzentrizitäten auf nahezu kreisförmigen Bahnen zwischen 41 und 50 AE mit Bahnneigungen von bis zu 30°. Gestreute KBOs bewegen sich mit großen Exzentrizitäten auf Bahnen mit Periheldistanzen nahe 35 AE und Apheldistanzen bis 1.000 AE.
Quellenangabe: Astronomie-Lexikon RedShift, NASA, IAU, ESA und Wikipedia
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