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Der nachfolgende Text, der die aktuellen Planeteninformationen zeigt, ist dem Kosmos Himmeljahr de Luxe entnommen. Ein schönes Beispiel für die sehr vielfältigen Informationen, die das Himmelsjahr für seine Käufer bereit hält. Jeder, der sich ernsthaft mit der Astronomie beschäftigt, wird im Himmelsjahr die Informationen finden, die er für sein Hobby benötigt. Ich kann Ihnen das Himmelsjahr aus eigener Erfahrung sehr empfehlen. Dieses Jahrbuch ist sowohl für Anfänger, als auch für den fortgeschrittenen Anwender gleichermaßen geeignet. Man sollte das Himmelsjahr wirklich sein Eigen nennen. ___________________________________________________________________
Die Ephemeridenberechnung wurde mit dem Programm AstroWin von Herrn Dr. Wolfgang Strickling durchgeführt. Die Veröffentlichung der Ergebnisse auf meiner Seite erfolgt nach freundlicher Genehmigung durch den Programmautor, Herrn Dr. Wolfgang Strickling. ___________________________________________________________________
Für die Ephemeriden von Sonne, Mond und Planeten sowie die Dämmerungszeiten des lfd. Monat klicken Sie bitte hier
Mond
03.06. - Vollmond 09.06. - Letztes Viertel 17.06. - Neumond 25.06. - Erstes Viertel
Merkur
eilt der Sonne nach und erreicht am 18. seine obere Konjunktion. Er steht mit ihr am Taghimmel und bleibt nachts den gesamten Juni hindurch unsichtbar. Auch die Begegnungen mit Venus am 13. und Saturn am 26. sind unbeobachtbar. Sein Bahnperihel durchläuft Merkur am 17. An diesem Tag ist er 46 Millionen Kilometer (0,31 AE) von der Sonne entfernt.
Venus
hat sich vom Abendhimmel zurückgezogen und kommt am 8. in untere Konjunktion mit der Sonne. Normalerweise wandert Venus in unterer Konjunktion nördlich oder südlich an der Sonnenscheibe vorbei. Da sie aber am Vortag ihren absteigenden Knoten passiert hat, zieht sie diesmal als dunkler Punkt vor der Sonne vorbei - es kommt erstmals nach 122 Jahren zu dem extrem seltenen Ereignis eines Venustransits. Der Transit erfolgt in den Vormittagsstunden des 8. und zwar in der Zeit von 6:20 Uhr (7:20 Uhr Sommerzeit) bis 12:23 Uhr (13:23 Uhr Sommerzeit). Er ist in seiner vollen Länge von Mitteleuropa beobachtbar, da die Sonne am 8. Juni bereits um 4:12 Uhr (5:12 Uhr Sommerzeit) aufgeht. An dieser Stelle sei einmal mehr vor unvorsichtigen Sonnenbeobachtungen gewarnt. Es drohen schwere Augenschäden bis zur völligen Erblindung! In unterer Konjunktion erreicht Venus mit 43,2 Millionen Kilometern (0,289 AE) ihre geringste Entfernung von der Erde. In der Phase "Neuvenus" erreicht daher das Planetenscheibchen mit gut 58" den maximalen scheinbaren Durchmesser. Da Venus diesmal vor der Sonne vorbeiwandert, kann man die "Neuvenus" als dunklen Punkt von knapp einer Bogenminute Durchmesser beobachten. Im letzten Monatsdrittel macht sich Venus am Morgenhimmel bemerkbar. Man erkennt sie als hellen Lichtpunkt in der Morgendämmerung tief am Nordosthorizont. Am 20. geht die -4,2 mag helle Venus um 3:23 Uhr (4:23 Uhr Sommerzeit) auf. Etwa eine Viertelstunde später verblasst sie in der Morgendämmerung. Bis Monatsende verfrühen sich die Venusaufgänge auf 2:46 Uhr (3:46 Uhr Sommerzeit), die Venushelligkeit steigt leicht auf -4,4 mag an. Venus zieht eine Schleife um Aldebaran, den Hauptstern im Stier. Am 24. steht sie 2° nördlich vom roten Stierauge, wie Aldebaran auch genannt wird. Aldebaran ist selbst im Fernglas nicht sichtbar - die Morgenhelle überstrahlt ihn. Die Begegnung mit Merkur am 13. bleibt unbeobachtbar. Am 29. beendet Venus ihre Rückläufigkeit und wird wieder rechtläufig.
Mars
zieht sich vom Abendhimmel zurück und wird unbeobachtbar. Nach dem 10. wird man vergeblich nach dem roten Planeten Ausschau halten. Mars läuft durch die Zwillinge und wechselt am 20. in den Krebs. Am 10. geht der 1,8 mag helle Mars um 22:42 Uhr (23:42 Uhr Sommerzeit) unter. Erst kurz nach 22:00 Uhr ist es dunkel genug, um ihn ausmachen zu können. Zu dieser Zeit steht er allerdings schon so tief am Nordwesthorizont, dass man ihn nur schwer erkennen kann. Bis zum Monatsende verfrüht sich der Marsuntergang auf 22:00 Uhr (23:00 Uhr Sommerzeit).
Jupiter
wieder rechtläufig im Löwen, ist Planet der ersten Nachthälfte. Der Riesenplanet verlegt seine Untergänge von 1:16 Uhr (2:16 Uhr Sommerzeit) am 1., auf 0:23 Uhr am 15. und auf 23:23 Uhr am 30. Die Jupiterhelligkeit geht leicht um 0,1 mag auf -1,9 mag zurück. Im Fernrohr erscheint das Jupiterscheibchen etwas kleiner als zur Oppositionszeit. Am Monatsende beträgt der scheinbare Äquatordurchmesser des Planetenscheibchens 34" der scheinbare Poldurchmesser knapp 32". In der Nacht vom 23. auf den 24. zieht der zunehmende Mond rund 3° nördlich an Jupiter vorbei.
Saturn
rechtläufig in den Zwillingen, zieht sich vom Abendhimmel zurück und wird schon im ersten Monatsdrittel unbeobachtbar. Am 1. geht der 0,1 mag helle Ringplanet um 22:33 Uhr unter und am 10. schon um 22:02 Uhr (23:02 Uhr Sommerzeit). Aber erst gegen 21:15 Uhr (22:15 Uhr Sommerzeit) ist es dunkel genug, um Saturn tief am Nordwesthorizont erkennen zu können - und auch dies nur unter guten Sichtbedingungen. Kurz nach halb zehn wird Saturn von den dichten horizontnahen Dunstschichten verschluckt. Nach dem 10. wird man vergeblich nach dem Ringplaneten Ausschau halten.
Uranus
bremst seine ohnehin langsame Bewegung im Wassermann vollends ab und wird am 11. rückläufig. Damit beginnt seine Oppositionsperiode. Der grünliche Planet kann am Morgenhimmel aufgefunden werden. Er verlagert seine Aufgänge von 0:59 Uhr (1:59 Uhr Sommerzeit) am 1. auf 0:05 Uhr zur Monatsmitte. Am 30. geht Uranus schon um 23:01 Uhr auf. Frühestens eine Stunde nach seinem Aufgang kann man mit Aussicht auf Erfolg nach dem grünlichen Planeten Ausschau halten. Am 30. kulminiert Uranus um 4:21 Uhr (5:21 Uhr Sommerzeit). Zu diesem Zeitpunkt ist die Sonne schon knapp über dem Horizont.
Neptun
rückläufig im Steinbock, kann in der Zeit nach Mitternacht mit geeigneter Optik beobachtet werden. Der sonnenferne, 7,9 mag lichtschwache Planet verlagert seine Aufgänge in die Zeit vor Mitternacht. Am 1. geht Neptun um 0:10 Uhr (1:10 Uhr Sommerzeit) auf, am 15. um 23:10 Uhr und am 30. schon um 22:11 Uhr. Etwa zwei Stunden nach seinem Aufgang kann man mit Aussicht auf Erfolg nach Neptun suchen oder sein computergesteuertes Teleskop auf ihn ausrichten. Zum Monatsende kulminiert Neptun um 2:56 Uhr (3:56 Uhr Sommerzeit). Seine Kulminationshöhe beträgt dabei in 50° nördlicher Breite knappe 24°.
Pluto
steht am 11. in Opposition zur Sonne. Gegenwärtig hält er sich im Sternbild Schwanz der Schlange (Serpens Cauda) auf, an der Grenze zum Schlangenträger (Ophiuchus). Am 23. August wird er bei seiner rückläufigen Bewegung die Grenze zum Ophiuchus überschreiten. Nach seinem zweiten Stillstand in Rektaszension in diesem Jahr kehrt er am 9. September wieder in das Bild Serpens Cauda zurück. Nur größeren Instrumenten ist die Beobachtung des in Opposition 13,8 mag hellen Pluto möglich. Am Tag der Opposition, dem 11., kulminiert Pluto um 0:24 Uhr (1:24 Uhr Sommerzeit). Zur Opposition misst die Distanz Erde-Pluto 4.458 Millionen Kilometer (29,80 AE). Das Licht von Pluto ist somit vier Stunden und acht Minuten zur Erde unterwegs. Von der Sonne ist Pluto am Oppositionstag 4.609 Millionen Kilometer (30,81 AE) entfernt. Auch bei starker Vergrößerung zeigt sich Pluto punktförmig. Wenn man dennoch ein Scheibchen erkennt, dann ist dies das Beugungsscheibchen von Pluto und nicht der Plutoglobus selbst, dessen scheinbarer Durchmesser lediglich 0,1" misst. Der Plutomond Charon kann nicht von Pluto getrennt gesehen werden. Pluto und Charon erscheinen von der Erde aus als ein einziges Lichtpünktchen.
Sternschnuppenströme
Das zweite Maximum des Scorpius-Sagittarius-Stromes ist um den 13. Juni zu erwarten. Der Ausstrahlungspunkt oder Radiant liegt bei Gamma Sagittarii. Der Strom ist während des ganzen Monats aktiv, wegen der geringen Höhe des Radianten sind Beobachtungen in unseren Breiten jedoch schwierig. Die beste Beobachtungszeit sind die Stunden um Mitternacht. Bei diesem Strom sind langsam fliegende Meteore (um 26 Kilometer pro Sekunde) zu registrieren.
Am 2. Juni erreichen die Tau-Herkuliden ihr Maximum. Dieser wenig bekannte und unauffällige Strom ist vom 18. Mai bis 13. Juni aktiv.
Am 7. und 8. Juni kann man nach den Libriden Ausschau halten. Der Radiant dieses Stromes liegt in der Waage.
Seit etwa zwanzig Jahren werden die Juni-Lyriden in der Zeit vom 10. bis 20. Juni beobachtet. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt in der Leier.
Zwischen dem 24. Juni und dem 1. Juli tauchen die Corviden auf, deren Radiant im Sternbild Rabe (südlich der Jungfrau) liegt. Am 26. Juni erreicht die Corvidenaktivität ihr Maximum.
Um den 27. Juni sind die Juni-Draconiden zu erwarten. Der Radiant liegt im Sternbild des Drachen. Die Draconiden sind ein kometarischer Strom, der seinen Ursprung auf den Kometen 7P/Pons-Winnecke zurückführt.
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