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Eigene BeobachtungEigentlich wollte ich diese Sonnenfinsternis ja in der Türkei als totale Sonnenfinsternis erleben, aber wie sagt man doch so schön: “Der Mensch denkt - aber Gott lenkt.” Leider kann ich aus gesundheitlichen Gründen derzeit keine so große Reise unternehmen. Ich habe diese Sonnenfinsternis also in heimischen Gefilden beobachtet - soweit der Wettergott dies zugelassen hat. Während der Zeit der partiellen Sonnenfinsternis hat das Wetter fast alles aufgeboten was eigentlich eher für den April typisch ist. Vom leichten Nieselregen über stärkeren Regenfall bis zum teilweise wolkenlosen Himmel habe ich alles erlebt. Aber nun mal der Reihe nach: Vor der partiellen Sonnenfinsternis bis nach dem ersten Kontakt hat es geregnet und der Himmel war 10/10 bedeckt. Ich hatte schon gar keine Hoffnung mehr, irgend etwas sehen zu können. Dann hörte es zwar auf zu regnen, aber der Himmel war immer noch zu 8/10 bedeckt. Ab und zu konnte ich die Sonne aber in einer kurzen Wolkenlücke mit meiner Finsternisbrille entdecken. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch keine optischen Instrumente aufgestellt. Nun galt es die Entscheidung zu treffen, ob ich meinen Dobson aufbauen soll oder nicht. Da ich Petrus nicht so recht über den Weg getraut habe blieb der Dobson da wo er war. Ich habe mich entschieden statt dessen mein Fernglas auf dem Fotostativ zu benutzen. Also schnell alles hingestellt und hoffen auf größere Wolkenlücken. Der Bedeckungsgrad des Himmels durch die Wolken besserte sich langsam auf etwa 6/10. Und zur Mitte der Sonnenfinsternis waren dann - Gott sei Dank - auch größere Wolkenlücken zu verzeichnen. Aber länger als etwa 30 Sekunden zusammenhängend war der Himmel nicht frei. Da dachte ich mir, versuch doch mal die Sonne durch das Fernglas mit der Digitalkamera zu fotografieren. Also habe ich schnell die Kamera geholt und es auf einen Versuch ankommen lassen. Zum Ende der partiellen Finsternis hat sich der Himmel dann wieder immer mehr zugezogen. Und so war mir auch der Blick auf den letzen Kontakt leider nicht vergönnt. Obwohl die Bedingungen alles andere als gut waren, hat es sich dennoch gelohnt, das Fernglas zu benutzen. Es waren zwar nur wenige Augenblicke mit freier Sicht auf die Sonne, aber Anblick der vor der partiell verfinsterten Sonne herziehenden Wolken hatte auch seinen ganz besonderen Reiz. Trotz der widrigen Umstände hat es eine Menge Spaß gemacht dieses Naturschauspiel beobachtet zu haben.
Eine Sonnenfinsternis beobachtenWährend die Beobachtung der Sterne in der Regel eine recht ungefährliche Tätigkeit ist, muss vor Sonnenbeobachtungen ohne ausreichende Kenntnisse und Vorsichtsmaßnahmen dringend gewarnt werden. Ich kann gar nicht oft genug darauf hinweisen: Niemals direkt und ungeschützt in die Sonne sehen Schwere Augenschäden bis zur vollständigen Erblindung drohen. Erst recht darf man nicht mit einem Fernglas oder einem Teleskop ungeschützt in die Sonne sehen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen wird das Auge irreparabel geschädigt bzw. die Netzhaut zerstört. Immer wieder gibt es nach Sonnenfinsternissen zahlreiche Mitmenschen, die mehr oder minder schwere Augenschäden erlitten haben, weil sie die unbedingt einzuhaltenden Schutzvorschriften ignoriert haben. Wie man eine Sonnenfinsternis sicher beobachtet, ist leicht erklärt: Man muss bei jeder visuellen Beobachtung die geeigneten Schutzmaßnahmen ergreifen. Die wichtigste ist, immer eine für die Sonnenbeobachtung zugelassene Schutzfolie oder einen Sonnenfilter verwenden. Alle anderen Tricks sind absolut gefährlich und für die Sonnenbeobachtung absolut nicht geeignet. Wer die Sonnenfinsternis mit Fernglas oder Fernrohr beobachten möchte, der braucht sich dafür nicht unbedingt diese Gerätschaften selbst anzuschaffen, denn man kann ja eine öffentliche Sternwarte besuchen und dort unter fachlicher Anleitung die Finsternis beobachten. Auch die Sternwarte Diez, die von den Sternfreunden Diez betrieben wird, wird am 29.03.2006 für interessierte Besucher geöffnet sein. Auf der Internetseite http://www.sternwarte-diez.de können Sie sich über Einzelheiten und Anfahrtsweg informieren. Wie eine Sonnenfinsternis entstehtDer Mondglobus kann nur dann vor die Sonne treten, wenn die Neumondphase eintritt, denn dann stehen Erde - Mond - Sonne in einer Linie, wobei sich der Mond zwischen Sonne und Erde befindet. Doch längst nicht bei jedem Neumond schiebt sich unser Trabant vor die Sonnenscheibe, denn die Mondfinsternis ist um 5° zur Erdbahnebene geneigt. So läuft der dunkle Neumond fast immer nördlich oder südlich an der Sonnenscheibe vorbei. Damit es zu einer Bedeckung der Sonne kommt, muss der Mond in oder nahe einem seiner beiden Bahnknoten stehen. Als "Knoten" bezeichnet man die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik, sie werden auch Drachenpunkte genannt. Die alten Chinesen dachten einst, ein Drache würde die Sonne verschlingen, wenn sich die dunkle Neumondscheibe vor die Sonne schob. Doch es gelang ihnen jedesmal, den Drachen zu verscheuchen und die Sonne frei zu bekommen. Damit es zu einer Sonnenfinsternis kommt, sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen: Der Mond muss in Neumondposition kommen und gleichzeitig oder kurz vorher bzw. kurz nachher den auf- oder absteigenden Knoten passieren. Dann tritt er vor die Sonne und bedeckt sie. Der Mondschatten fällt somit auf die Erde und verfinstert einen Teil ihrer Oberfläche. Kommt es zu einer vollständigen Bedeckung der Sonne durch den Mond, so spricht man von einer totalen Sonnenfinsternis, sonst von einer partiellen Finsternis. Als dritte Variante kann es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommen. Durch eine Laune der Natur erscheinen uns Sonne und Mond am irdischen Firmament etwa gleich groß. Der Mond hat zwar nur ein Viertel des Erddurchmessers, die Sonne dagegen den 109-fachen Erddurchmesser. Da aber die Sonne vierhundertmal weiter als der Mond von uns entfernt ist, erscheinen beide Gestirne von der Erde aus unter dem gleichen Winkel von gut einem halben Grad. Ist der Mond in Erdferne, die Erde aber in Sonnennähe, so ist die Mondscheibe ein wenig kleiner als die Sonnenscheibe. Der Mond verdeckt die Sonne in diesem Falle nicht vollständig, es bleibt ein heller Lichtring um den schwarzen Neumond. Für einen bestimmten Ort auf der Erde ist eine totale Sonnenfinsternis ein außerordentlich seltenes Ereignis, denn die Kernschattenspitze des Mondes überstreicht nur eine sehr schmale Zone von maximal knapp dreihundert Kilometern Breite auf der Erdoberfläche. Nur selten trifft sie dabei einen bestimmten Ort. Wegen des geringen Kernschattendurchmessers kann die totale Phase einer Sonnenfinsternis nur maximal sieben Minuten dauern. Außerhalb der schmalen Zone der Totalität oder der ringförmigen Phase sieht man nur eine teilweise Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond. Beobachter im Gebiet der partiellen Phase befinden sich im Halbschatten des Mondes. Die Breite des Halbschattengebietes kann bis zu 7.000 Kilometer erreichen, weshalb partielle Sonnenfinsternisse an einem vorgegebenen Ort viel häufiger auftreten als totale oder ringförmige. Trifft der Kernschattenkegel des Mondes die Erde überhaupt nicht, sondern streicht knapp an unserem Globus vorbei, so spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis, da von keinem Punkt der Erde eine totale oder ringförmige Phase beobachtbar ist. Der Verlauf der SonnenfinsternisGrafiken aus: Das Planetarium 1900 - 2100- siehe Linkseite |
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