|
Im Laufe des Jahres wechselt der Anblick des abendlichen Sternenhimmels. Im Winter sehen wir zur gleichen Abendstunde andere Sterne und Sternbilder wie im Frühling, Sommer oder Herbst. Ein schneller Blick zum sternenübersäten Abendhimmel zeigt dem Naturfreund sofort die Jahreszeit an. Im Winter sieht man in Südrichtung den Himmelsjäger Orion, im Frühjahr den mächtigen Löwen, im Sommer das einprägsame Sommerdreieck und im Herbst das Pegasusquadrat, auch als Herbstviereck bekannt. Das Aussehen des Sternenhimmels wechselt wie die Kulissen in einem Theaterstück. Im Westen verschwinden Sternbilder unter dem Horizont, im Osten tauchen neue auf und steigen zum Meridian empor. Aber auch im Laufe einer Beobachtungs-Nacht ändert sich der Himmelsanblick, da die Erde rotiert. Morgens sind andere Sternbilder zu sehen als am vorhergehenden Abend. Die Einteilung der astronomischen Beobachtungsobjekte für Teleskope und Ferngläser erfolgte nach den Jahreszeiten. Sie sind für die Standard-Beobachachtungszeit (im Winter 22:00 Uhr MEZ - im Sommer 23:00 Uhr MESZ) ausgelegt. Beobachten Sie zu einer anderen nächtlichen Uhrzeit, finden Sie Anhaltspunkte für die Auswahl der richtigen Objektseite auf meiner Seite Fixsternhimmel im Jahreslauf.
Für den Einsteiger in die Astronomie empfiehlt es sich, nicht gleich mit einem größeren Teleskop und starker Vergrößerung mit den Beobachtungen zu beginnen. Bei Planeten und Mond mag eine hohe Vergrößerung ganz nützlich sein, bei so genannten "Deep-Sky-Objekten" (engl.: "tiefer Himmel"), also Objekten, weit außerhalb unseres Sonnensystems wie offene und kugelförmige Sternhaufen, leuchtende Gasnebel oder gar ferne Milchstraßensysteme, sollte man eine geringere Vergrößerung bei größerem Gesichtsfeld wählen.
Wer noch überhaupt keine Erfahrung in der Beobachtung des gestirnten Himmels mit optischen Geräten hat, sollte zuallererst mit einem Fernglas am Sternenhimmel völlig entspannt spazieren sehen und sich nicht mit einem Teleskop herumplagen. So mancher gibt enttäuscht auf, wenn er bei starker Vergrößerung im Fernrohr nur einige verwaschene Lichtpunkte sieht. Die Wunder der Sternenwelt offenbaren sich eher in einem lichtstarken Fernglas mit großem Gesichtsfeld. Dies gilt natürlich nicht für erfahrene Beobachter, die beispielsweise die Leistungsfähigkeit ihres neu erworbenen Fernrohrs an engen Doppelsternen testen wollen.
Wer mit einem Feldstecher den Sternenhimmel beobachtet, wird bald feststellen, daß ein stabiles Stativ von Vorteil ist. Nur sehr kleine Ferngläser, so genannte Operngläser, sind so leicht, daß man ohne Stativ auskommt. Bei mittleren bis größeren Feldstechern oder "Binokularen", wie sie auch genannt werden, ermüdet freihändiges Beobachten schon nach kurzer Zeit. Man beginnt zu zittern und die Sterne tanzen im Gesichtsfeld herum. Ab etwa zehnfacher Vergrößerung ist ein Stativ unabdingbar, schließlich vergrößert das Instrument die Zitterbewegung ebenfalls.
Grafiken erstellt mit Redshift (c) Toni Mayer
|