Sonnenfinsternis Oktober 2005

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Eigene Beobachtung

Ich konnte dieses Ereignis nicht von der Sternwarte in Diez aus beobachten, da ich mich um die Zeit der Sonnenfinsternis in Norddeutschland aufgehalten habe. Wie sich allerdings herausstellte, war dies für mich ein sehr glücklicher Umstand. Während die Kollegen in Diez die Sonne nur durch einen Nebelschleier sehen konnten, war es mir vergönnt, dieses herrliche Himmelsspektakel unter einem strahlend blauen Himmel beobachten zu können. Es war sehr schön zu mit zu erleben, wie sich der Mond immer weiter vor die Sonnenscheibe schob. Deutlich und sehr plastisch konnte ich am Mondrand das Profil des Erdtrabanten betrachten. Es hob sich sehr gut gegen die Helle Sonnenscheibe ab. Die restliche Mondscheibe stellte sich tiefschwarz und ohne Details vor die Sonnenscheibe. Nach diesem Eindruck steht mein Entschluß nun endgültig fest. Nächstes Jahr wird es eine größere Reise Richtung Süden geben - denn da gibt es dann eine totale Sonnenfinsternis zu bestaunen.

Wie eine Sonnenfinsternis entsteht

Der Mondglobus kann nur dann vor die Sonne treten, wenn die Neumondphase eintritt, denn dann stehen Erde - Mond - Sonne in einer Linie, wobei sich der Mond zwischen Sonne und Erde befindet. Doch längst nicht bei jedem Neumond schiebt sich unser Trabant vor die Sonnenscheibe, denn die Mondfinsternis ist um 5° zur Erdbahnebene geneigt. So läuft der dunkle Neumond fast immer nördlich oder südlich an der Sonnenscheibe vorbei. Damit es zu einer Bedeckung der Sonne kommt, muss der Mond in oder nahe einem seiner beiden Bahnknoten stehen. Als "Knoten" bezeichnet man die Schnittpunkte der Mondbahn mit der Ekliptik, sie werden auch Drachenpunkte genannt. Die alten Chinesen dachten einst, ein Drache würde die Sonne verschlingen, wenn sich die dunkle Neumondscheibe vor die Sonne schob. Doch es gelang ihnen jedesmal, den Drachen zu verscheuchen und die Sonne frei zu bekommen. Damit es zu einer Sonnenfinsternis kommt (trotz aller Bedenken wollen wir den eingebürgerten Begriff Sonnenfinsternis weiterhin verwenden), sind zwei Voraussetzungen zu erfüllen: Der Mond muss in Neumondposition kommen und gleichzeitig oder kurz vorher bzw. kurz nachher den auf- oder absteigenden Knoten passieren. Dann tritt er vor die Sonne und bedeckt sie. Der Mondschatten fällt somit auf die Erde und verfinstert einen Teil ihrer Oberfläche. Kommt es zu einer vollständigen Bedeckung der Sonne durch den Mond, so spricht man von einer totalen Sonnenfinsternis, sonst von einer partiellen Finsternis. Als dritte Variante kann es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis kommen. Durch eine Laune der Natur erscheinen uns Sonne und Mond am irdischen Firmament etwa gleich groß. Der Mond hat zwar nur ein Viertel des Erddurchmessers, die Sonne dagegen den 109fachen Erddurchmesser. Da aber die Sonne vierhundertmal weiter als der Mond von uns entfernt ist, erscheinen beide Gestirne von der Erde aus unter dem gleichen Winkel von gut einem halben Grad. Ist der Mond in Erdferne, die Erde aber in Sonnennähe, so ist die Mondscheibe ein wenig kleiner als die Sonnenscheibe. Der Mond verdeckt die Sonne in diesem Falle nicht vollständig, es bleibt ein heller Lichtring um den schwarzen Neumond. Für einen bestimmten Ort auf der Erde ist eine totale Sonnenfinsternis ein außerordentlich seltenes Ereignis, denn die Kernschattenspitze des Mondes überstreicht nur eine sehr schmale Zone von maximal knapp dreihundert Kilometern Breite auf der Erdoberfläche. Nur selten trifft sie dabei einen bestimmten Ort. Wegen des geringen Kernschattendurchmessers kann die totale Phase einer Sonnenfinsternis nur maximal sieben Minuten dauern. Außerhalb der schmalen Zone der Totalität oder der ringförmigen Phase sieht man nur eine teilweise Bedeckung der Sonnenscheibe durch den Mond. Beobachter im Gebiet der partiellen Phase befinden sich im Halbschatten des Mondes. Die Breite des Halbschattengebietes kann bis zu 7.000 Kilometer erreichen, weshalb partielle Sonnenfinsternisse an einem vorgegebenen Ort viel häufiger auftreten als totale oder ringförmige. Trifft der Kernschattenkegel des Mondes die Erde überhaupt nicht, sondern streicht knapp an unserem Globus vorbei, so spricht man von einer partiellen Sonnenfinsternis, da von keinem Punkt der Erde eine totale oder ringförmige Phase beobachtbar ist.

Der Verlauf der Finsternis

Grafiken aus: Das Planetarium 1900 - 2100 - siehe Linkseite

Eine Sonnenfinsternis beobachten

Wer die Sonnenfinsternis beobachten will, muss dabei sehr vorsichtig vorgehen. Immer wieder kommt es zu schweren Augenschäden, wenn in einem dicht bevölkerten Gebiet eine Sonnenfinsternis stattfindet. Niemals darf man mit einem Fernglas oder Teleskop ohne besondere Sonnenfilter in die grelle Sonne sehen! Selbst mit bloßen Augen soll man niemals direkt in die Sonne sehen! Für die Sonnenbeobachtung mit dem unbewaffneten, bloßen Auge gibt es im optischen Fachhandel Sonnenfinsternisbrillen. Der astronomische Fachhandel liefert geeignete Filter und Folien sowie Spezialgeräte für die sichere Beobachtung unseres Tagesgestirns mit Fernrohren. Wer nur die Sonnenfinsternis beobachten will, braucht sich keine teuren Geräte anschaffen. Am besten ist, man besucht eine Sternwarte, wo erfahrene Beobachter eine fachgerechte Sonnenbeobachtung ermöglichen. Auch die Sternwarte Diez ist am 3.10.2005 für Besucher geöffnet. Nähere Infos dazu finden sie unter der Internetadresse http://www.sternwarte-diez.de.
Himmelsansicht erstellt mit Redshift

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