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Die Oortsche Wolke umschließt schalenförmig in einem Abstand von ca. 50.000 AE bis zu etwa 150.000 AE unser Sonnensystem. In der Oortschen Wolke befinden sich Milliarden von Kometenkernen, deren Gesamtmasse etwa der der Erde entspricht. Eine theoretische Erklärung für die Oortsche Wolke geht davon aus, daß sich die Kometenkerne im heutigen Gebiet der großen Planeten bildeten und von deren Schwerkraft in die äußeren Bereiche des Sonnensystems geschleudert wurden. Durch den Einfluß der Anziehungskräfte der benachbarten Sterne wurden die Bahnen dieser Objekte mit der Zeit so gestört, dass sie heute in der gleichen Drehrichtung innerhalb einer Schale um die Sonne herum verteilt sind. Die Körper der Oortschen Wolke unterliegen trotz ihres großen Abstandes zur Sonne der Anziehungskraft unserer Sonne, sie sind also gravitativ an diese gebunden,. Damit ist klar, daß sie feste Bestandteile des Sonnensystems sind. Obwohl die Wolke mit der gegenwärtigen zur Verfügung stehenden Technologie nicht direkt zu beobachten ist, stellt sie vermutlich das Reservoir für die Kometen, die z. B. durch die Schwerkraft eines vorbeiziehenden Sterns ins innere Sonnensystem umgelenkt werden, wo sie sich als langperiodische Kometen bemerkbar machen. Dabei haben diese Kometen dann eine Periode von einigen tausend Jahren. Kometen mit kurzen Perioden können sich nicht aus der Oortschen Wolke bilden. Auch die Kometen mit einer mittleren Periodenlänge stammen nachweislich nicht aus der Oortschen Wolke. Die Anzahl der Objekte innerhalb der Oortschen Wolke wird zwischen 1011 bis 1012 geschätzt. Es wird weiterhin vermutet, daß die Oortsche Wolke kontinuierlich in den Kuipergürtel übergeht. Die Objekte des Kuipergürtels sind allerdings in der Ekliptik konzentriert. Obwohl, wie schon erwähnt, durch direkte Beobachtung kein Nachweis der Oortschen Wolke möglich ist, gilt die Existenz der Oortschen Wolke als sicher.
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