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Detaillierte Beschreibung des 8’’ Hofheim Reise Dobson
Warum und wofür habe ich den HRD angeschafft
Gerade die Deep-Sky-Beobachtung bereitet mir das größte Vergnügen. Darauf will ich auch auf Reisen nicht verzichten. Also mußte ein sehr transportables Teleskop mit einer möglichst großen Öffnung her, das auch bei Flugreisen keine Probleme bereitet. Ich habe mich daher für den 8’’ Reisedobson der Firma Hofheim Instruments entschieden. Dieses Teleskop bietet mir eine passable Öffnung, eine stabile Montierung gepaart mit einer ebenso perfekten wie gut durchdachten handwerklichen Ausführungsqualität. Man merkt dem Teleskop die Liebe im Detail an. Alles ist sehr schön aufeinander abgestimmt. Das Material (Edelstahl, Aluminium und Birke-Multiplex) ist als sehr hochwertig einzustufen. Das verwendete Holz ist wirksam gegen Feuchtigkeit mit einer mehrfach aufgetragenen Holzschutzlasur versehen. Ich konnte mich bereits vor dem Kauf bei Herrn Tennigkeit davon überzeugen, daß alle Teile des Reisedobson sehr sorgfältig und handwerklich einwandfrei auf höchstem Niveau verarbeitet sind.
Die Nachführung des Teleskop ist durch die verarbeitenden Materialien (Teflon und Formica) butterweich und absolut ruckelfrei. Eine wahre Meisterleistung. Das verwendete Prinzip des völlig werkzeugfreien Teleskop-Aufbau hat mich ebenso begeistert wie die einfach und sehr gut durchführbare Justierung des Gesamtsystem. Das alles, was man benötigt, in dem kleinen und nur 8 kg schweren Tragekoffer untergebracht ist, zeugt von einem klaren und durchdachten Grundprinzip. Selbst den für die Sonnenbeobachtung notwendigen Sonnenfilter hat man immer dabei, er paßt nämlich perfekt in den Tragekoffer. Auch beim Teleskopaufbau spiegelt sich das Prinzip des werkzeugfreien und präzise durchzuführenden Aufbaus wider. Er ist denkbar einfach und völlig unkompliziert und dauert einschließlich der notwendigen Justierung etwa 10 Minuten. Die Einzelteile des Reiseteleskop werden einfach dem Transportkoffer entnommen und zusammengesteckt, was weiter unten dokumentiert ist. Durch die vom Entwickler gewählte Dreieckanordnung der zum Ausfbau benögten zusammenklappbaren Stangen hat der Gittertubus trotz des niedrigen Gewichtes eine Stabilität die mich immer wieder erstaunt.
Mit diesem Teleskop habe ich aber auch die Möglichkeit meinen Dobson individuell auszubauen. Das Zubehörprogramm von Hofheim Instruments ist sehr vielseitig und praxisbezogen. Ich habe das folgende Zubhör mitgeordert: Leuchtpunktsucher mit erhöhter Basis, 2 x Friktionssystem, 1,25’’ Okularadapter, Anti-Streulicht-Hülle, Sonnenfilter, EQ-Montagewiege - mit der das Teleskop werkzeugfrei an eine Vixen-Montierung adaptiert wird. Somit ist klar, daß ich das Teleskop nicht nur auf Reisen verwende, sondern auch dann, wenn ich mal mit der Monti parallaktisch nachführen möchte.
Haupt- und Fangspiegeldaten
Öffnung: 200 mm Brennweite: 800 mm Öffnungsverhältnis: F 1:4,0 Spiegelträger: Borsilikat (BK-7) Lichtausbeute: ca. 90 % des einfallenden Licht Hauptspiegel: parabolisch geschliffen Hauptspiegel: zentrale Markierung zur leichteren Justierung Fangspiegel: 50,0 mm - Abschattung: 25% Fangspiegel Obstruktion: 6% (Fläche) Fangspiegel Offset: 3 mm
Aufbau des Reise-Dobson
Der einfache und intuitiv durchführbare Aufbau des Teleskop erfolgt innerhalb weniger Minuten. Wie das im einzelnen funktioniert stelle ich nachfolgend dar. Ein schneller Newton mit dieser Lichtstärke muß vor jeder Beobachtung justiert werden. Das geht aber, einige Übung vorausgesetzt, schnell und umkompliziert von statten. Hier geht es zu meiner Justieranleitung.
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Der Hofheim Reise-Dobson in der Transportbox. Sie kann bei allen Flugreisen als Handgepäck mit an Bord genommen werden
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Die Rockerbox, in der die Teflonpads, die zusammengeklappten Stangen, die Beinchen und die Mittenmutter während des Transport untergebracht sind
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Die Spiegelbox mit dem Hauptspiegel, dem Hut mit dem Fangspiegel und der statischen Ablageplatte über dem Hauptspiegel.
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Zunächst werden die drei Schrauben am Deckel gelöst. Diese finden dann auch gleich wieder ihre Verwendung - da kann nichts aus Versehen verlorengehen. Dann den Deckel abheben und die Spiegelbox entnehmen. Dann die drei Beinchen, die Mittenmutter, die Teflonpads und die zusammengeklappten Stangen aus der Rockerbox rausnehmen.
Weiter geht es mit der Montage der Beinchen an der Kofferbox. Dazu werden die drei eben gelösten Rändelschrauben benutzt. Die beinchen werden zweimal seitlich und einmal vorne angeschraubt.
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Jetzt werden die drei Teflonpads in die vorgesehenen Löcher auf der Rückseite der Kofferbox hereingesteckt. Danach wird die Rockerbox mit der mit Ebony Star versehenen Unterseite auf die Kofferbox gestellt und die Mittenmutter läßt man einfach in das mittlere Loch hereingleiten. Damit ist die Rockerbox nun fertig vorbereitet für die Aufnahme der Spiegelbox.
Damit die Spiegelbox nicht mal versehentlich an den inneren Seiten der Rockerbox scheuert, habe ich an der Innenseite der Rockerbox (auf dem Bild rechts und links) je einen durchgehenden Streifen Velourfolie angeklebt. Die verhindern das Scheuern zuverlässig ohne die Leichtgängigkeit der Spiegelbox in der Rockerbox zu behindern.
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Nun wird der Hut aus der Spiegelbox herausgenommen und dann werden die beiden Rändelschrauben auf jeder Seite an den Höhenrädern leicht gelöst. Jetzt wird die Rändelschraube an der Seite mit dem kurzen Weg des Höhenradrand zum Rand der Spiegelbox ganz herausgedreht. Das Höhenrad wird nach oben verschoben und mit beiden Rändelschrauben wieder festgezogen. Das ganze wird selbstverständlich auf der gegenüberliegenden Seite wiederholt - fertig.
Den oben genannten kurzen Weg kann man an dem noch nicht versetzen Höhenrad an der Spiegelbox - vorne im Bild - sehr schön erkennen.
Im Anschluß daran wird die Spiegelbox in die Rockerbox gesetzt.
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Im nächsten Schritt werden die insgesamt acht zusammengeklappten Stangen auseinandergeklappt. Damit sind sie für die weitere Montage vorbereitet.
Jede Stange wird dann mit dem unten angebrachten Loch auf den kleinen Holznippel am inneren Rand der Spiegelbox aufgesteckt. Danach ist dann nur noch der Aluhebel umzuklappen, um die Stange zu sichern. Das wird dann für jede Stange wiederholt, bis alle acht Stangen angebracht sind.
Damit ist das Teleskop vorbereitet für die Montage des Hut an den oberen Enden der jetzt angebrachten Stangen.
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So,jetzt wird der Hut montiert. Auch das geht einfach und schnell. Der Hut wird ausgerichtet zwischen die Stangen gebracht und mit einer Hand von unten gehalten. Dann werden zwei Stangen auf die Nippel gesetzt und anschließend wird diese Prozedur auf der gegenüberliegenden Seite auch ausgeführt. Erst dann wird die erste Aluarretierung umgelegt.
Jetzt den Hut loslassen und auf der gegenüberliegenden Seite die Stangen ebenfalls klemmen. Das wird dann auf den restlichen Seiten wiederholt, bis alle Stangen fest mit dem Hut verbunden sind.
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Die Hauptarbeit ist getan. Jetzt kommen noch die Feinheiten.
Dazu gehört, die Abdeckplatte vom Hauptspiegel zu entfernen. Diese Abdeckplatte ist etwas ganz besonderes. Sie schützt nämlich nicht nur den Hauptspiegel, sondern sie zieht Staub von beiden Seiten magnetisch an. Dadurch bleibt der Spiegel während der Lagerung des Dobson von Staub verschont.
Danach wird die Anti-Streulicht-Hülle von oben nach unten übergezogen. Dabei ist darauf zu achten, daß sie auch wirklich auf dem oberen Rand der Spiegelbox aufliegt. Nur dann ist es richtig dunkel da drinnen.
Ich habe mir auf die Schnelle eine Gegenlichtblende gemacht. Dazu habe ich einfach einen Pappkarton entsprechend der Kanten am Hut geknickt und ihn an den Stellen, an denen die Muttern der Fangspiegelhalterung liegen, mit Löchern versehen. Die Gegenlichtblende wird einfach unter die Anti-Streulicht-Hülle geschoben und von der Gummischnur und dem Klettband am oberen Ende der Anti-Streulicht-Hülle an den Hut gedrückt. Ich wollte den Hut nicht mit Klettband verschandeln. Daher kam ich auf diese Idee. Demnächst wird der Karton der Streulichtblende noch beidseitig mit Velourfolie beschichtet. Dann ist sie fertig.
Jetzt wird noch der Leuchtpunktsucher mit seiner erhöhten Basis am Hut montiert.
Zum Abschluß des Aufbaus werden dann noch die Friktionssysteme beidseitig an Rockerbox und Spiegelbox angebracht.
Die Beschreibung des Friktionssystem habe ich weiter unter beim Zubehör untergebracht.
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Zubehör und Sonderanfertigungen zu meinem Hofheim Reise-Dobson
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Der von Hofheim Instruments zum Reise-Dobson gelieferte 1,25’’ Adapter wird in Nordamerika aus massivem Aluminium angefertigt.
Er hat eine sehr kurze Bauhöhe (6 mm effektive Verlängerung) und paßt sehr genau und stramm in den am Hut befestigten 2’’ Okularauszug hinein. Auch sein geringes Gewicht von nur 72 Gramm zeichnet in aus. Damit paßt er ausgezeichnet zur Leichtbauphilosophie des Hofheim Reise-Dobson und zum Outfit des Okularauszug.
Zwischenzeitlich habe ich mir zusätzlich noch ein Reduzierstück 2” auf 1,25” von Teleskop-Service Ransburg angeschafft, weil es über besondere Vorteile gegenüber dem erstgenannten verfügt.
- Ringklemmung mit zwei Schrauben - 2" Filtereinschraubgewinde - kurzbauend (13 mm effektive Verlängerung) - hohe Paßgenauigkeit - aufgesetztes T-2 Gewinde - auch fotografisch nutzbar
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Den Leuchtpunkt-Sucher von Hofheim Instruments habe ich zwischenzeitlich ausgetauscht gegen den Skysurfer III von Baader-Planetarium. Mein Problem war die 20 mm Öffnung in Verbindung mit der etwas rötlich getönten Projektionsscheibe. Dieses Problem ist aber einzig meiner Sehleistung zuzuordnen.
Auf dem Bild ist der Skysurfer III Leuchtpunktsucher auf der eigens für mich angefertigten erhöhten Basis dargestellt. Die Basis paßt genau zum Design des Hofheim und ist sehr stabil. Wieder mal eine handwerkliche Leistung auf höchstem Stand.
Die Helligkeit des sehr feinen Leuchtpunktes kann stufenlos gedimmt und damit an die gegebene Himmelshelligkeit angepaßt werden. Die freie Öffnung dieses Leuchtpunktsuchers liegt bei 30 mm. Die Projektionsscheibe ist klar und wird von langen Taukappen vor und hinter der Scheibe geschützt. Er kann in weiten Grenzen justiert werden, und zwar sowohl seitlich als auch in der Höhe.
Bei der astronomischen Beobachtung hat sich dieser Sucher als sehr praxisnah und gut bedienbar bezahlt gemacht. Mit seiner Hilfe fällt die Orientierung an nächtlichen Himmer sehr leicht und es wird zuverläßlich gefunden, was gesucht wurde.
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Um ein ungewolltes Verstellen des Tubus bei der Verwendung meiner doch schweren Radian-Okulare zu verhindern, habe ich zwei Friktionssysteme mitbestellt.
Sie bestehen aus einer speziell für den Hofheim Reise-Dobson hergestellten Edelstahlfeder. Durch die Konstruktion des Friktionssystem ist sichergestellt, daß sie im exakten Drehpunkt der Dobson-Montierung aufgehängt ist Durch die sorgfältig genaue Konstruktion des Friktionssystem wird der Schwerpunkt des Dobsons nicht verändert. Das System ist sehr schön an das Erscheinungsbild des Telekop angepaßt.
Zur Montage geht man so vor, daß die Steckklemme auf die oben im Höhenrad vorgesehene Nut gestet wird, Unten an der Rockerbox wir die gerändelte Halteschraube eingedreht. Dann wir noch die Feder gespannt und eingehangen. Fertig.
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Der von Hofheim Instruments gelieferte Sonnenfilter ist ein sehr edles und filigranes Teil. Zum Transport passt es oben auf den Hut. Der Sonnenfilter wird mit den Halteschlaufen, an denen sehr schön verarbeitete Aluhalteklammern sitzen, am unteren Rand des Hut befestigt und damit auch gegen Windstöße gesichert.
Hofheim verarbeitet für den Sonnenfilter die CE-qualitätsgeprüften Spezialfilter aus von Baader Planetarium. Diese Folie hat beste optischen Eigenschaften und filtert das Sonnenlicht zu 99,999% aus. Die Qualität der Filterfolie erreicht die optische Qualität eines planparallelen Glasfilters.
Das Bild der Sonne ist in diesem Filter wirklich sehr, sehr gut. Selbst kleinste Sonnenflecken werden kontrastreich und bis in die kleinsten Details dargeboten. So macht Sonnenbeobachtung einfach Spaß.
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Mit der EQ-Monatgewiege wird aus meinem Reise-Dobson ein parallaktisch montierter 8-Zöller, der auf meine Vixen SP montiert wird. Die SP sitzt dann auf meinem Berlebach-Stativ. Die Montage ist sehr einfach und bequem und wird ohne jedes Werkzeug ausgeführt. Der aufgebaute Tubus des Hofheim Reise-Dobsons wird dazu aus der Rockerbox gehoben. Danach werden die Höhenräder abgeschraubt. Die vier Rändelschrauben, mit denen die Höhenräder montiert waren werden jetzt dazu benutzt, die EQ-Montagewiege an die Spiegelbox anzuschrauben. Auf der Gegenseite werden die Rändelmuttern mit den mitgelieferten Rändelmuttern fixiert. Im Anschluß daran wird die Montagewiege - mit der daran befestigten Spiegelbox - mit der Klemmschraube meiner Schnellwechselkupplung am oberen Ende der an der Wiege befestigten Montageschiene festgeklemmt.
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Die Anti-Streulicht-Hülle dient der Verhinderung von seitlich in den Tubus eintrtendem Licht. Dieses Licht würde unweigerlich den Bildkontrast verschlechtern und damit auch den Beobachtungsgenuss. Die Anti-Streulicht-Hülle ist damit ein für jeden ernsthaften Beobachter ein unverzichtbares Zubehör zum Reise-Dobson.
Die Anti-Streulicht-Hülle verhindert aber auch ungewollte Luftbewegungen innerhalb des Tubus. Dadurch würden nämlich eine Schlierenbildung im offenen Gittertubus entstehen, die ebenfalls die Abbildungsleistung des Dobson negativ beeinflussen würde. Außerdem wird die Körperwärme des Beobachters aus dem Tubusinneren herausgehalten, was wiederum die Abbildungsleistung verbessert.
Die Anti-Streulicht-Hülle besteht aus einem elastischen, schwarzen Textilmaterial, das mit einer Kunstfaser versetzt ist.
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Um der Fangspiegel-Befestigung etwas mehr Stabilität zu geben - wobei ich mir immer noch nicht sicher bin, ob das wirklich nötig gewesen wäre - habe ich die im Bild zu sehende Kontermutter gleich an allen drei Fangspiegelstreben von Hofheim Instruments anbringen lassen.
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Auf dem Boden der Transportbox habe ich mir direkt von Hofheim Instruments vier kleine Gummifüßchen anbringen lassen. Damit verhindere ich, daß die Koffenbox beim Abstellen auf dem Boden verkratzt wird.
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Diesen genau passenden Rucksack - der leider nicht mehr poduziert wird, habe ich auf der Homepage von Rolf Geissinger gefunden und ich konnte ihn auch direkt über ihn beziehen. Auf seiner Seite habe ich einige weitere Tipps und Tricks gefunden, die ich teilweise auch an meinem Hofheim Reise-Dobson umgesetzt habe. Seine Homepage habe ich hier unter der Rubrik Hobby-Astronomen + sonstige Astro-Seiten verlinkt.
Ausstattung: 1 Hauptfach mit beidseitigem Reißverschluss und gepolstertem, variablen Einschub, 1 Frontfach mit einen abnehmbaren Reißverschlussmäppchen, 2 weitere Reißverschlussfächer vorn. Die Rücken- und Schultertragegurte sind voll gepolstert und der bequeme Handgriff ist gummiert. Trotz der guten Ausstattung und Polsterung wiegt der Rucksach Down and Out nur ca. 500 Gramm. Die Maße (B/H/T ca. 31/40/24 cm) passen ideal zum verstauen des Hofheim Reise-Dobson.
Im offenen Fach sind Untergebracht: Gegenlichtblende, Anti-Streulicht-Hülle, Friktionssysteme und Leuchtpunktsucher nebst der erhöhten Basis.
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First Light
M 31 (Vixen LVW 42 mm, TeleVue Radian 18 mm, 12 mm) Zum Zentrum hin stark ansteigende Helligkeit. Der Kern der Galaxie erscheint bei schwacher Vergrößerung (Vixen LVW 42 mm) fast punktförmig. Der Zentralbereich war bei höherer Vergrößerung deutlich abgegrenzt. Der rundliche bis ovale Innenbereich ist gut und kontrastreich im Okular dargestellt. Den dunklen Staubstreifen kann ich mit etwas Mühe erkennen. Die Galaxie ist ein ästhetischer Leckerbissen. Auch die Begleitsysteme sind gut wahrnehmbar. M 32 stellt sich eindeutig kugelförmig dar und M 110 ist ebenso eindeutig elliptisch.
M42 (Vixen LVW 42 mm, TS SP 32 mm, TeleVue Radian 18 mm, 12 mm), 8 mm Viele, sehr schöne Strukturen im Nebel erkennbar. Das helle Zentrum ist marmorartig dargestellt. Mehrere Dunkelwolken klar definiert und teilweise deutlich abgegrenzt. Die vier Trapezsterne sind sauber getrennt. Der Nebel war in seiner Gesamtheit im 42 mm LVW ein wirklicher Genuss. Mit meinen Radian-Okularen habe ich den Nebel schrittweise abgefahren um mehr Details von M 42 zu studieren. Das Bild, selbst im hohen Vergrößerungsbereich ist glasklar, kontrastreich und gleichmäßig hell.
M 13 (TeleVue Radian 12 mm, 8 mm, 6 mm, 5 mm und 4 mm, TeleVue Barlow 2-fach) Mit kleiner Vergrößerungen wirkt M 13 wie ein kleiner, runder Lichtball. Im 4mm Radian klar in Einzelsterne aufgelöst. Im 8'er Radian ist die Struktur noch als körnig zu bezeichnen. Das Zentrum ist bei den höheren Vergrößerungen (mit Barlowlinse) schön aufgelöst. Sie teilweise sehr feinen und schwachen Sterne ergeben einen phantastischen Anblick in den Okularen. Natürlich hat das Teleskop bei f 4 Koma. Aber es stört nicht wirklich. Ich nehme die Koma erst wirklich wahr, wenn ich gezielt an den Rand des Gesichtsfeldes sehe. Und selbst dann stört es mich nicht weiter. Solange ich mich bemühe, das Gesichtsfeld als ganzes wahrzunehmen, ist die Koma nicht wahrnehmbar, denn ich kann das Gesichtsfeld der Okulare nicht vollständig beim Blick in die Gesichtsfeldmitte überblicken. Dazu muss ich mit dem Auge wandern.
Ha und Chi Persei (Vixen LVW 42 mm, TS SP 32 mm, TeleVue Radian 18 mm, 12 mm und 8 mm) Im 18 mm Radian scheinen die beiden offenen Sternhaufen im All zu schweben. Die Sterne sehen aus wie kleine, funkelnde Diamanten auf tiefschwarzem Samt. Mit dem 12 mm und dem 8 mm Radian habe ich die Haufen einzeln betrachtet. In NGC 869 stehen die Sterne auf sehr engem Raum beieinander. Sie sind, abhängig von der verwendeten Vergrößerung, kaum voneinander zu trennen. Die beiden kreisförmig gekrümmten Sternketten - eine sehr kleine und eine größere - sind sehr auffällig. In NGC 884 dominieren dagegen enge Dreiergruppen und schwache Sternketten das Bild im Okular. Auch hier ist es wieder so, das die Koma den Beobachtungseindruck nicht zu trüben vermag.
Planet Saturn (TeleVue Radian 8 mm, 6 mm, 5 mm und 4 mm, TeleVue Barlow 2-fach) Der Hofheim Reise-Dobson ist eigentlich kein Teleskop, welches für die Beobachtung von Planeten konzipiert ist. Daher war ich sehr gespannt, wie sich Saturn wohl präsentieren würde. Um es vorweg zu sagen - auch hier ist die Leistung des Hofheim sehr gut und liegt weit über meinen eigenen Erwartungen. Obwohl der Saturn noch relativ horizontnah steht, sehe ich die Cassiniteilung umlaufend. Sowohl das Wolkenband als auch das helles Äquatorband werden sehr kontrastreich dargestellt. Auch der Ringschatten und der Schatten des Saturn auf seine Ringe sind gut zu sehen. Insgesamt macht das Saturnbild einen sehr deutlichen, kontrastreichen und gleichmäßig hellen Eindruck.
Zusammenfassung: Der Hofheim Reise-Dobson zeichnet sich aus durch ein sehr ruhiges, kontrastreiches und gleichmäßig helles Bild. Der eingebaute Spiegel ist von ausgezeichneter Qualität. Ich bin begeistert. Was die Koma angeht, kann ich nur sagen, daß man schon sehr genau hinsehen muss, wenn man es bei den verwendeten Radians wirklich sehen will. Das von mir direkt einsehbare Gesichtsfeld ist fast komafrei. Nur wenn ich gezielt zum Gesichtsfeldrand sehe, nehme ich die Koma als wenig störend wahr. Damit hat sich das Thema Komakorrektor erledigt. Das Teleskop kann bedenkenlos auch zur Planetenbeobachtung genutzt werden. Natürlich ist das Bild in einem für die Planetenbeobachtung gerechneten Teleskop besser - aber der Hofheim kann auch in dieser Kategorie mitspielen, obwohl seine Stärken eindeutig im Bereich Deep Sky liegen - wofür er je auch gerechnet ist.
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