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Die von den LASCO-Koronographen gelieferten Bilder zeigen die innere und äußere Sonnenkorona. Zur Gewinnung der Aufnahmen werden Koronographen benutzt, bei denen die Sonne mit Hilfe einer Abdeckscheibe (Occulting disk) ausgeblendet wird. Der weiße Kreis im Bild links zeigt die ungefähre Größe der Sonne (Size of Sun) hinter der Abdeckscheibe. C2-Bilder zeigen die Korona bis in eine Entfernung von 8.400.000 km. C3-Aufnahmen bilden die Sonnenkorona bis zu einem Abstand von 45.000.000 km ab. Mit Hilfe der LASO-Aufnahmen lassen sich die sogenannten koronalen Massenauswürfe, auf engliisch Coronal Mass Ejection (CME) genannt, beobachten. Diese CME’s wurden im übrigen erst entdeckt, seit man Koronographen nutzen kann. Das die koronalen Massenauswrfe nicht schon früher bei totalen Sonnenfinsternissen entdeckt wurden, liegt daran, das diese Explosionen mehrere Stunden andauern. Während einer totalen Sonnenfinsternis, die bekanntermaßen ja nur über eine maximale Dauer von wenigen Minuten beobachtet werden kann, sind keine Veränderungen am Sonnenrand feststellbar. Wenn ein CME auf das Magnetfeld der Erde trifft wandern seine Bestandteile an den Magnetfeldlinien entlang bis zu den magnetischen Polen der Erde. Hier dringen sie in die Atmosphäre ein und regen die Moleküle der Atmosphäre zum Leuchten an. Wir sehen dieses Leuchten dann als Polarlicht. Bei einem starken CME kann das Erdmagnetfeld auf der Tag-Seite regelrecht zusammengedrückt werden während sich der Schweif auf der Nachtseite stark verlängert.
Ein koronaler Massenauswurf, der im englischen als Coronal Mass Ejection bezeichnet und mit CME abgekürzt wird, ist ein Flare (Sonneneruption), bei der Plasma in gewaltigen Mengen ausgestoßen wird. Koronale Massenauswürfe treten meist gemeinsam mit Flares auf. Die beiden Ereignisse können aber auch einzeln auftreten. Bis heute ist noch weitgehend ungeklärt, wo Flares und CME’s ihre Bindung haben und was der genaue Grund ihrer Entstehung ist. Koronale Massenauswürfe ereignen sich zu Zeiten hoher Sonnenaktivität bis zu zehn mal täglich, während sie zu Zeiten niedriger Sonnenaktivität lediglich etwa ein mal pro Tag vorkommen. Sie haben eine typische Lebensdauer von einigen Stunden.
Sonneneruptionen, die man auch Flares nennt, sind durch das plötzliche, heftige Ausstoßen von Energie in der Chromosphäre der Sonne gekennzeichnet, die über komplexen, aktiven Gebieten der Sonne stattfinden. Flares beschleunigen geladene Teilchen und emittieren Strahlung im Bereich von harten Röntgenstrahlen mit Wellenlängen von weniger als 0.1 nm bis zu Radiowellen mit Wellenlängen von Metern bis einigen Kilometern. Die meiste Energie wird in Form von weichen Röntgenstrahlen und im extremen Ultraviolett abgegeben. Dabei nimmt sowohl die Temperatur als auch die Helligkeit im betroffenen lokalen Teile der Sonne zu. Stoßwellen, auch Schockwellen genannt, durchqueren die Chromosphäre und die Korona und große Mengen des Sonnenplasma werden in den interstellaren Raum heraus geschleudert. Flares dauern von einigen Minuten bis zu mehreren Stunden mit einer typischen Lebensdauer von etwa 20 Minuten. Die maximale Helligkeit wird nach mehreren Minuten erreicht, das Abklingen erfolgt langsamer. Sonneneruptionen entstehen in der unteren Korona und in der Chromosphäre in der Regel nahe der so genannten Neutrallinie, die in den Sonnenfleckengruppen die Gebiete entgegengesetzter magnetischer Polarität trennt.
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Flare und CME auf AIA-Bild der SDO
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CME auf LASCO-Aufnahme
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CME auf LASCO-Aufnahme
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CME auf LASCO-Aufnahme
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