3 Zoll APO Omegon 80/500

 
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Detaillierte Beschreibung des Omegon 3’’ ED Dublet APO der Carbon Pro-Serie

Die technischen Daten des Refraktor

Typ: Refraktor
Bauart:  ED Dublet Apochromat (APO)
Markenname: Omegon
Serie: Pro Carbon
Öffnung: 80 mm
Brennweite: 500 mm
Öffnungsverhältnis: F 1:6,3
Grenzgröße: 11,3 mag
Auflösung: 1,44 Bogensekunden
Vergrößerungsbereich: sinnvoll bis maximal 160-fach, wobei an Planeten auch höhere Vergrößerungen möglich sind
Linsenelemente: Dublet Objektiv mit hochwertigem, japanischem OHARA FPL-53 und S-NBM51 Element
Objektiv: zweilinsig mit Luftspalt
Vergütung: volle Multvergütung (FMC)
Streulichtschutz: innen gut geschwärzt, im Tubus integriertes Blendensystem
Tubusmaterial: Carbon, schwarz
Tauschutzkappe: Carbon, schwarz, verschiebbar, innen mit schwarzem Filz ausgekleidet
Tubuslänge: 390 mm ohne Tauschutzkappe und 460 mm mit Tauschutzkappe
Tubusgewicht: 2,8 kg
Gesamtgewicht mit Koffer: 6 kg
Befestigung: Schwalbenschwanz-Halterung für GP mit 1/4" Gewinde für Stative
Okularauszug: 2 Zoll Aluminium Crayfordauszug mit 1:10 Untersetzung, rotierbar
Umlenkoptik: im Lieferumfang nicht enthalten
zugekauft: William 2 Zoll 90º 1/10 Lambda Dieletrischer-Zenitspiegel mit 99 % Reflexion und Reduzierung auf 1,25 Zoll, Ringklemmung
zugekauft: 1,25 Zoll William Optics Aluminium Amici Prisma mit hochwertigem, entspiegeltem BaK-4 Prisma
Sucher: zugekauft: LED Visiersucher Baader Planetarium SkySurfer III
Transport: Alukoffer mit paßgenauer Einlage für den Refraktor und das Zubehör mit Außenmaß 56 x 20 x 32 cm
Verkäufer: AstroShop mit Standort in Landsberg am Lech

omegon80-500-monti
Refraktor Omegon 80/500 Carbon auf Montierung
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Refraktor Omegon 80/500 Carbon auf Foto-Neigekopf

Meine Motivation zur Anschaffung dieses Refraktor

Meine Beobachtungsgewohnheiten haben sich im Laufe der Zeit verändert. Es macht mir immer mehr Freude, den Mond, Kometen und Planeten zu beobachten. Auch meine beiden Ferngläser setze ich immer öfter bei der Himmelsbeobachtung ein, insbesondere bei meinen Spaziergängen durch die Milchstraße oder beim Betrachten von schönen, offenen Sternhaufen. Der Anblick der vielen, nadelfeinen Sterne vor dem dunklen Himmelshintergrund begeistert mich dabei am meisten. Ich hatte in letzter Zeit auch die Möglichkeit, mit einem Refraktor den Himmel zu beobachten. Dabei fiel mir auf, daß die Sterne im Refraktor wesentlich ästhetischer aussehen als in meinen beiden Newton’s. Sie wirkten im wahrsten Sinne des Wortes wie kleine, schillernd glänzende Diamanten auf einem matten, schwarzen Seidentuch. So wuchs langsam der Wunsch, diesen Himmelsanblick auch durch einen eigenen Refraktor betrachten zu können. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis ich mir diesen Wunsch erfüllen würde. Der Omegon ED Triplet Apochromat (APO) war mein erster Refraktor, von dem ich mich aber aus persönlichen Gründen wieder trennen mußte. Nach einem sehr kompetenten und auch äußerst freundlichem Beratungsgespräch mit Herrn Achim Mros von der Firma AstroShop in Landsberg stand dann fest, welcher Refraktor meine Bedürfnisse wohl am besten befriedigen würde. So fiel meine Wahl dann auf den 80/500 ED Dublet Carbon Apochromat (APO). Dieser APO ist bestens geeignet für die Beobachtung des Mond, der Kometen und der Milchstraße, Lediglich am Planeten fehlt es ein wenig an Öffnung und Brennweite, um kleinste Detail wahrnehmen zu können. Die Nachführung dieses Refraktors ist durch meine schon vorhandene, parallaktische Montierung Vixen Super Polaris auf dem Berlebach Eschenholz Stativ Report 2072 problemlos möglich. Das war mir auch ausgesprochen wichtig, denn ich wollte mir weder eine weitere Montierung noch ein weiteres Stativ anschaffen. Auch eines der sich ebenfalls schon in meinem Besitz befindlichen Gegengewichte ist ausreichend, um das Gewicht und die Hebelwirkung des kleinen ED APO auszugleichen.

Beschreibung des 3 Zoll Omegon Carbon APO und des Zubehörs
 

Omegon80-500_gross

Im Objektiv wurden nach Angabe der Lieferfirma True-Color Gläser verbaut. Das zweilinsige Objektiv besteht, wie auf der Internetseite des AstroShop nachzulesen ist, aus einer geschickten Kombination von OHARA FPL-53 und S-NBM51 Glas. Das sind ED-Spezialgläser mit hohem und niedrigen Brechungsindex und besten Transmissionseigenschaften. Eine Besonderheit ist sicherlich das im Objektiv verbaute S-NBM51 Glas, das Objekte besonders scharf und kontrastreich abbildet. Dadurch kommen die feinen Unterschiede bei der Planetenbeobachtung sehr gut zur Geltung.

Der Tubus ist aus Carbon gefertigt und schwarz. Die Innenschwärzung ist gut gelungen, das im Tubus angebrachte Blendensystem ergänzt den durch die Schwärzung bedingten Streulichtschutz in idealer Weise. Somit ist das Auftreten von Reflexen bei der Beobachtung praktisch ausgeschlossen.

Die Tauschutzkappe ist mit einem Schiebemechanismus versehen und kann  problemlos vor- und zurück geschoben werden. Innen ist die Tauschutzkappe, ebenfalls als Maßnahme gegen auftretendes Streulicht, mit schwarzem Filz ausgekleidet. Die Tauschutzkappe hat eine ausreichend große Reibung, so daß sie beim Beobachten im Zenit nicht nach hinten wegrutscht.

Der Refraktor wird mittels der am Tubus angebrachten Schwalbenschwanz-Halterung an meiner Montierung befestigt. Diese Halterung ist zusätzlich mit einem 1/4" Gewinde versehen, so daß ich den Refraktor im Urlaub und auf Reisen auch auf meinem kombinierten Astro-/Fotostativ, anbringen kann.

Der Okularauszug ist ein Crayfordauszug mit 1:10 Untersetzung, der natürlich geklemmt werden kann. Er ist ausgesprochen leichtgängig ohne durchzurutschen und kann äußerst gefühlvoll bedient werden. Die 1:10 Untersetzung macht die punktgenaue Fokussierung zu einem Kinderspiel. Sie ist mit einer Schutzhülle versehen. Der Auszug ist sehr gut zur optischen Achse eingestellt. Der komplette Okularauszug ist rotierbar ausgeführt. Dazu wird am Okularauszug eine Schraube  geöffnet. Danach ist eine 360° Drehung möglich. Damit finde ich immer  die für mich angenehmste Lage zum fokussieren. Die Klemmung der Umlenkoptik (Zenitspiegel) erfolgt schonend mit dem Klemmring, der mittels zweier Schrauben an den Zentispiegel angepreßt wird. Da wackelt dann nichts mehr.

Der Transportkoffer ist gut verarbeitet und mit abschließbaren Schnappschlössern versehen. Die innen liegende, ausgeschnittene Schaumstoff-Form ist paßgenau und nicht zu eng ausgeführt. Das hat den Vorteil, daß der Refraktor beim Transport nicht verrutschen kann, sondern genau so gehalten wird, wie ich ihn eingesetzt habe. Im Transportkoffer ist noch ausreichend viel Platz um meinen Zenitspiegel, das Amici-Prisma und den Visiersucher Skysurfer III unterzubringen.

Ich habe mich bei der Auswahl des Zenitspiegel für ein Produkt aus dem Hause William entschieden, weil ich keine Kompromisse bei den Produkt-Eigenschaften eingehen wollte. Er sollte die gleiche gute Qualität aufweisen wie mein neuer Refraktor. Wichtig waren für mich eine gute Bildhelligkeit, ein hervorragender Kontrast und eine ausgezeichnete Schärfe. Außerdem sollte das verwendete Gehäusematerial möglichst aus Carbon bestehen. Ich entschied mich daher für den vom AstroShop angebotenen 2 Zoll William Dieletrischen-Zenitspiegel mit 1/10 Lambda, einer Reflexion von 99%, einem Winkel von 90º sowie einer Reduzierung auf 1,25 Zoll. Sowohl der 2 Zoll Anschluß als auch der 1,25 Zoll Anschluß sind zur Okularschonung mit einer Federringklemmung aus Messing ausgestattet.

Das ebenfalls beim AstroShop zugekaufte 1,25 Zoll William Optics Amici Prisma hat den für terrestrische Beobachtungen üblichen Winkel von 45°. Es ist ein hochwertiges, entspiegeltes BaK-4-Prisma verbaut mit einer Objektivöffnung von 25 mm. Ich erhalte also bei der Beobachtung ein helles Bild mit bestem Kontrast und einer sehr guten Bildschärfe. Es ist ebenfalls mit einer Okular schonenden Federringklemmung aus Messing ausgestattet. Das Prisma setze ich bei meinem zweiten Hobby, der Vogelbeobachtung, ein. Das Amici Prisma ermöglicht bei der Beobachtung ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild im Okular.

Der 3 Zoll Omegon Carbon APO weist im Originalzustand keinen Sucherschuh für den Anbau eines optischen Suchers oder eines Leuchtpunktsuchers auf. Die Verwendung eines optischen Suchers ist durch das brennweitenbedingte, große Gesichtsfeld auch nicht nötig. Bei meinem 10 Zoll Dobson arbeite ich mit einem Telradsucher, beim 8 Zoll Reisedobson mit dem LED Visiersucher SkySurfer III aus dem Hause Baader Planetarium. Und den wollte ich auch mit meinem neuen Refraktor verwenden. Da ich mir das Anbringen der notwendigen Bohrungen und das Schneiden der Gewinde nicht zutraute, habe ich die Firma AstroShop mit der Anbringung des Sucherschuh beauftragt. Daher kann ich nun auch am Omegon Carboon APO die Vorteile des beim AstroShop erworbenen SkySurfer III nutzen. Diese sind: freie Öffnung 30mm,  vor und hinter der Linse lange Taukappen zur Verhinderung des Beschlagens der entspiegelten Objektivlinse und fein regulierbare Helligkeit des roten Leuchtpunkts.

Bei der praktischen Himmelsbeobachtung mit dem Omegon Carbon APO stellte ich fest, daß der Fokussierknopf bei einer Drehung des Okularauszug an die Montageplatte meiner Vixen SP Montierung anschlägt. Um dies zu verhindern, muß ich den Refraktor in der verwendeten Schnellkupplung an der Montierung weiter zu mir, also nach hinten, schieben. Dann wird der Refraktor allerdings nicht mehr optimal von der Schnellkupplung getragen, weil die zweite, kleinere Schraube, die den Refraktor sichert, wenn die große Hauptschraube gelöst wird, ins leere läuft. Um hier kein unnötiges Risiko einzugehen und den Refraktor dennoch in einer optimalen Position auf der Schnellkupplung anzubringen, habe ich mir im nach hinein noch die kurze Vollalu-Prismenschiene beim Astroshop bestellt. Die Halterung des Refraktor wird mit zwei verschiebbaren Schrauben so an dieser 12 cm langen Prismenschiene montiert, daß ich den Refraktor weit genug nach hinten schieben kann und beide Schrauben der Schnellkupplung die Prismenschiene sichern. Dazu habe ich die Originalschraube gegen zwei passenden Inbusschrauben ausgetauscht. Durch die Verwendung dieser Schrauben wird außerdem ein Verkippen des Refraktor verhindert.

Der APO eignet sich mit seinen kleinen Abmessungen und dem geringen Gewicht auch hervorragend für den Einsatz auf meinen Reisen. Ebenso bietet sich die am Refraktor verwendete Halterung mit dem 1/4 Zoll Gewinde für Fotostative für einen solchen Einsatz an. Ein neues Stativ wollte ich mir nicht anschaffen, mein vorhandenes Fotostativ ist aber für die Verwendung mit dem Refraktor zu schwach. Ich nahm noch einmal die Hilfe von Herrn Mros vom AstroShop in Anspruch. Er bot mir an, aus meinem vorhandenen Stativ mit Hilfe des Berlebach Fotoadapters ein Fotostativ zu machen. Auf diesem würde ein Neigekopf angebracht, auf dem mein Refraktor oder meine Kamera Platz fände. Herr Mros empfahl mir den Berlebach 2D Panoramakopf Modell 520 Video. Dieser Neigekopf ist sehr stabil und er weist eine robuste Klemmung auf, in die eine Feder gegen das Abkippen des Refraktor bzw. der Kamera eingebaut ist. Er ist aus Alu hergestellt und hat daher nur ein geringes Eigengewicht von 650 Gramm. Der Neigekopf hat eine stabile 2-Punkt-Achslagerung, die Auflageplatte ist verstärkt und 8x5 cm groß. Seine Höhe beträgt 9,5 cm. Der Neiger kann mit bis zu 5 kg belastet werden. Der Panoramakopf ermöglicht eine sehr genaue Nivellierung über die eingelassene Wasserwaage. Ich habe den Fotoadapter und den Neigekopf beim AstroShop geordert.

Für meine Sonnenbeobachtungen habe ich mir einen Sonnenfilter angeschafft, der auf den Durchmesser meiner Tauschutzkappe angepasst ist. Ich habe mich für den Euro EMC Sonnenfilter SF 100 (Größe 4) entschieden den ich beim AstroShop geordert habe. Im Euro EMC ist die Baader Astro Solar-Sonnenfolie (D=5) verbaut, die plan zwischen zwei Alu-Ringen eingespannt ist, die man trennen kann, um die Sonnenfolie im Falle einer Beschädigung wechseln zu können. Der Sonnenfilter selbst wird mit vier Stiften aus Polyamid außen oder innen am Tubus festgeklemmt. Die Klemmwirkung kann dabei sehr präzise eingestellt werden. Dazu werden die Polyamidstifte in ihren Langlöchern an den Tubusrand geschoben und mit der am Kopfende der Stifte sitzenden Inbusschraube gesichert. Hier finden Sie auch das Datenblatt mit den lieferbaren Ersatzteilen und weiteres astronomisches Zubehör.
 
Für die Baader Astro Solar-Sonnenfilterfolie wird ein absolut blasen- und schlierenfreies, mehrfach beidseitig bedampftes Trägermaterial verwendet. Dies garantiert eine sehr gleichmäßige Filterdichte. Die Sonnenfolie erreicht eine optische Qualität, die der von sehr guten Glassonnenfiltern entspricht. Durch das qualitativ hochwertige Herstellungsverfahren wird erreicht, dass die Folie keine Fehlstellen aufweist und ein äußerst kontrastreiches sowie farbneutrales Sonnenbild liefert. .

Omegon 80-500 OAZ

Omegon 80-500 Koffer

William-Zenitspiegel

William-Amici-Prisma
Baader-Planetarium_SkySurferIII
Prismenschiene

 

Panoramakopf

Fotoadapter

Euro-EMC-Sonnenfilter

Fotos: (c) AstroShop
Fotos: (c) Berlebach
Fotos: (c) Toni Mayer

Qualitätsnachweise vom AstroShop

Nachweis der Zentrierung des Okular im Refraktor mit Hilfe des GMK-Kollimator
Bild des künstlichen Stern fokal  /  Beugungsringe am künstlichen Stern intrafokal  /  Beugungsringe am künstlichen Stern extrafokal

Die Anfertigung der Protokolle zur Zentrierung und den Beugungsscheibchen am künstlichen Stern habe ich zusätzlich in Auftrag gegeben. Sie wurden von Herrn Hans Gerritsen (Support Engineer der Firma AstroShop) ausgeführt. Ich habe für die Veröffentlichung der oben verlinkten Bilder die mir ausgehändigten Ausdrucke eingescannt und die Abbildungen aus den Ausdrucken ausgeschnitten. Diese wurden dann noch vergrößert und leicht nachgearbeitet. Ich habe den Kontrast etwas angehoben, die Sättigung leicht erhöht und die Helligkeit etwas angehoben. Diese Maßnahmen waren erforderlich, da die nach dem Scannen vergrößerten Bilder qualitativ etwas gelitten hatten.

Beobachtungseindruck beim First Light und nachfolgenden Nächten

Ich gebe an dieser Stelle meine ersten Eindrücke beim First Light, aber auch meine Beobachtungseindrücke während der nachfolgenden Nächte wieder. Da ich ja die Qualität der Optik meines neuen Refraktor in der Praxis testen wollte, habe ich für meine Beobachtungen nur Nächte mit guten bis sehr guten  Beobachtungs-Bedingungen ausgewählt. Die Durchsicht war dabei zwar nicht immer exzellent, aber durchaus gut bis sehr gut. Daher konnte ich auch den Sterntest unter den dafür erforderlichen guten Bedingungen durchführen.

  • Sternabbildung: feine, kleine und gestochen scharfe Sterne bis an den Rand
  • Koma: nicht wahrnehmbar
  • Kontrast: ausgezeichnet
  • Bildschärfe: ausgesprochen gut
  • Astigmatismus: nicht wahrnehmbar
  • Farbfehler Vega: Ich sehe nur bei konzentriertem Suchen einen minimalen, aber nicht störenden, leichten blauen Farbsaum
  • Sterntest: Zentrisch angeordnete, runde Ringe mit dunklen Bereichen zwischen den Beugungsringen, gleichmäßige verteilte Abstände der Beugungsringe mit ähnlicher Helligkeitsverteilung sowohl intra- als auch extrafokal
  • Farbfehler Mond: Ich kann am Mondrand weder bei niedriger noch bei hoher Vergrößerung einen Farbfehler oder einen Farbsaum wahrnehmen. Das Mondalter betrug 18,59 Tage, die Illumination 79,2 %. Bei der Beobachtung hatte ich die nachfolgend genannten Okulare eingesetzt:
    TeleVue Radian 5 mm mit TeleVue Powermate 2-fach  - Vergrößerung: 200-fach - Gesichtsfeld: 0,30° - AP: 0,4 mm
    TeleVue Radian 3 mm - Vergrößerung: 167-fach - Gesichtsfeld: 0,36° - AP: 0,5 mm
    TeleVue Radian 4 mm - Vergrößerung: 125-fach - Gesichtsfeld: 0,48° - AP: 0,6 mm
    TeleVue Radian 5 mm - Vergrößerung: 100-fach - Gesichtsfeld: 0,60° - AP: 0,8 mm
    TeleVue Radian 6 mm - Vergrößerung: 83-fach - Gesichtsfeld: 0,72° - AP: 1,0 mm
    TeleVue Radian 8 mm - Vergrößerung: 63-fach - Gesichtsfeld: 0,96° - AP: 1,3 mm
    AP steht für Austrittpupille

Beobachtungseindruck bei der Mondbeobachtung: Ich war einfach nur begeistert. In meinen beiden Dobsons habe ich den Mond ja schon oft beobachtet, aber ich habe ihn, außer in meinem Omegon APO 102/714, noch nie mit einer solchen Bildschärfe und einem derart guten Kontrast wie in meinem neuen Refraktor sehen dürfen. Insbesondere am Mondrand war der Beobachtungseindruck überwältigend. Durch die noch vorhandenen Schatten am Mondrand wirkten die Gebirge sehr plastisch. Auch die Darstellung der Mondkrater war äußerst imposant. Ein wirklicher Genuß war beispielsweise der Anblick von Erhebungen, die sich mitten in  Kratern befanden, oder die steilen Wände einiger Mondkrater. Ich habe mir in dieser Nacht den östlichen und westlichen Mondrand angesehen. Unter den beobachteten Mondformationen befanden sich unter anderem Pythagoras, Markov, Briggs, Seleucus, Cardanus, Krafft, Cavalerius, Ricciol, Grimaldi, Rocca, Darwin, Lagrande, Zucchius, Grove, Maraldi, Censorinus, Weinek und Hommel.

Beobachtungseindruck an NGC 869 und NGC 884 (h und Chi Persei): Diese beiden Offenen Sternhaufen im Sternbild Perseus sind geradezu Paradeobjekte für diesen Refraktor mit seinem großen Gesichtsfeld. Mir bot sich ein wirklich prachtvoller Anblick im Okular. Die beiden offenen Sternhaufen schienen im All zu schweben. Es war mir einfach unmöglich, mich diesem ästhetischen Anblick zu entziehen. Die Sterne wirkten auf mich wie kleine, glänzend funkelnde Diamanten auf schwarzem Samt. Gerade bei einer schwachen Vergrößerung  konnte ich die Verschiedenartigkeit der beiden Haufen bewundern. Wenn ich die Vergrößerung erhöhte und die Haufen dann einzeln im Fokus hatte, erkannte ich, daß im NGC 869 die Sterne auf engstem Raum gepackt stehen. Sie waren natürlich abhängig von der verwendeten Vergrößerung, kaum voneinander zu trennen. Insbesondere die beiden kreisförmig gekrümmten Sternketten, eine sehr kleine und eine große, waren sehr auffallend. In NGC 884 sah das Bild völlig anders aus. In diesem Haufen dominierten enge Dreiergruppen und schwache Sternketten das Bild.

Beobachtungseindruck an M 45 (Plejaden): Die Plejaden sind ein klassisches und vielen Menschen bekanntes Beobachtungsobjekt. Man sollte sie am besten mit Oklularen kurzer Brennweiten beobachten. Nur dann kann man den kompletten Offenen Haufen im Okular sehen. Ich hatte mein TeleVue 32 mm Oklular verwendet. In diesem Okular wirkten die Sterne dieses Offenen Haufens wie allerfeinste Nadelspitzen vor dem dunklen Himmelshintergrund. Ein ästhetischen Genuß.

Beobachtungseindruck an M 13: Mit kleinen Vergrößerungen wirkte der Herkules Haufen auf mich wie ein kleiner, runder Lichtball, der zum Kern hin deutlich verdichtet war. Die Konzentration zum Kern hin war deutlich zu sehen. Bei mittleren Vergrößerungen wirkte M 13 einfach nur körnig. Seine wahre Struktur zeigte M 13 mir aber erst bei hoher Vergrößerung. Dann waren am Rand des Haufens deutlich einige Einzelsterne wahrnehmbar. Im Vergleich mit meinem 10’’ TS Orion Dobson vermisste ich dann aber doch die weitaus größere Öffnung und die damit verbundene Möglichkeit höher zu vergrößern.

Beobachtungseindruck an M 57: Schon bei 63-facher Vergrößerung im TeleVue Radian 8 mm konnte ich den Ring von M 57 deutlich hervor getreten bewundern. Bei höher werdender Vergrößerung konnte ich auch die ein wenig ausgefranste Ring-Struktur wahrnehmen. Auffällig war, daß ich bei der Verwendung des 3 mm TeleVue Radian einen merklichen Unterschied zwischen dem direktem und dem indirektem Sehen festgestellt habe. Nur beim indirektem Sehen sprang der Ring mir sozusagen ins Auge. Optimal war der Beobachtungseindruck mit meinem UHC-Filter bei 63-facher und 83-facher Vergrößerung.

Beobachtungseindruck am Planeten Saturn: Ich hatte den Planeten Saturn bei gutem Seeing mit meinem TeleVue Radian 3 mm bei 167-facher Vergrößerung und mit meinem 5 mm TeleVue Radian in Kombination mit der TeleVue Powermate 2-fach bei 200-facher Vergrößerung beobachtet. Saturn war ästhetisch anzusehen, hatte natürliche Farben aufzuweisen und war ausgesprochen scharf und kontrastreich abgebildet. Einen Farbfehler konnte ich nicht wahrnehmen. Beobachten konnte ich die dunkle Polregion (SPR), die helle Äquatorzone (EZ), das Südliche Äquatorband (SEB) und die in tiefem Schwarz abgebildete Cassiniteilung in den Ansen. Gemessen an den 80 mm Öffnung und der Brennweite von 500 mm war ich mit der Darstellung des Planeten im Okular mehr als zufrieden.

Beobachtungseindruck am Planeten Jupiter: Ich hatte den Planeten Jupiter bei gutem Seeing mit meinem TeleVue Radian 3mm bei 167-facher Vergrößerung und mit meinem 5 mm TeleVue Radian in Kombination mit der TeleVue Powermate 2-fach bei 200-facher Vergrößerung  beobachtet. Ich war mit dem was ich im Okular zu sehen bekam mehr als zufrieden, insbesondere wenn ich mir klar machte, durch welches Teleskop ich da den Jupiter beobachtete. Sehen konnte ich die deutlich hervortretenden Hauptwolkenbänder in ihren natürlich wirkenden Farben ohne jeden Farbfehler, die Ausbuchtung im NEB, den Großen Roten Fleck und die Abdunklung an den Jupiterpolen. Überrascht war ich davon, daß ich auch den Schatten von IO scharf abgesetzt auf der Jupiteroberfläche sehen konnte, ebenso wie den Mond IO vor der Jupiterscheibe.

Der Carbon-APO im Einsatz bei der Vogelbeobachtung

Ich habe den Refraktor nun auch bei der Vogelbeobachtung erfolgreich eingesetzt. Dazu habe ich natürlich mein Amici-Prisma verwendet, mit dem ich ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild im Okular betrachten kann. Wegen dem brennweitenbedingten großen Gesichtsfeld eignet sich der Refraktor auch zum Auffinden von Vögeln in weiter Entfernung. Ich kann dann das Okular wechseln und so eine stufenweise Vergrößerung des Bild erreichen, und das alles aus einer Entfernung, bei der die Vögel nicht durch meine Beobachtungen gestört werden. Dies ist mir besonders wichtig, weil ich die Vögel keinesfalls vertreiben möchte. Was ich zu sehen bekam hat mich wirklich begeistert. Natürliche Farben, ein sehr guter Kontrast und ein helles, klares und farbsaumfreies Abbild der beobachteten Vögel in einer Vergrößerung, die mir auch das Erkennen kleiner Details ermöglicht hat. So macht die Arten- und Geschlechtsbestimmung wirklich Spaß. Ein besonderer Genuß war es, etliche Greifvögel dabei zu beobachten, wie sie auf Bäumen, Stromkabeln und Masten aller Art da saßen und Ausschau nach Beute hielten. Vertreten waren vor allem Bussarde und Milane, aber auch Sperber und Falken. Selbst die Farbe der Augen war bei entsprechender Vergrößerung. klar und deutlich zu sehen. Aber auch die kleinen Vögel hinterließen einen nachhaltig guten Eindruck. Besonders hübsch fand ich es, wenn sie sich aufblusterten und so kleinste Details ihres Federkleides offenbarten. Beobachten konnte ich bis dato Meisen, Rotkehlchen, Dompfaffe, Grünlinge, Goldhähnchen, Kleiber, Spatzen, Stare, Amseln, Eichelhäher, Elstern und verschiedene Finken

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