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Streulicht und Reflexe beseitigen durch Anbringung einer Velourfolie im Tubus
Nach längerer und reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, aus meinen auch so schon sehr guten 10”-Dobson-Teleskop ein hervorragendes zu machen. Ich habe die meinerseits geplanten Maßnahmen mit meinen damaligen Vereinskameraden besprochen und ausführlich diskutiert. Nachdem das endgültige Ergebnis der gemeinsam beschlossenen Maßnahmen feststand, habe ich das Material eingekauft und dann konnte die Mehrfachoperation gestartet werden. Geplant war:
- Das Teleskop komplett mit schwarzer d-c-fix Velourfolie auszukleiden. Dadurch werden Streulicht- und Reflexe unterdrückt - Der Kontrast wird durch das Einbringen der schwarzen Folie merklich besser werden. - Den Okularauszug auszutauschen um mir das gelegentlich notwendige Einstellen des Shifting zu ersparen. - Den Sucherschuh des optischen Suchers neu zu montieren und dabei das leichte Spiel des Schuh zu beseitigen. - Den Fangspiegel zu reinigen, wenn das nötig sein sollte, ihn aber auf jeden Fall vom Staub zu befreien. - Den Hauptspiegel zu reinigen, wenn sich das als notwendig herausstellen sollte, ihn aber unbedingt zu entstauben.
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Auf dieser Aufnahme sieht man den Tubus von innen vor dem Einbau der Velour-Folie. Es ist recht hell, und insbesondere am unteren Ende des Tubus, da wo der Hauptspiegel sitzt, kam es immer wieder zu unangenehmen Aufhellungen im Tubusinneren beim Beobachten heller Objekte.
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Auf dieser Aufnahme erkennt man es sehr genau: es ist jetzt wirklich dunkel im Tubusinneren. Keine Aufhellungen mehr und keine Reflexe und damit automatisch ein besserer Bildkontrast beim Beobachten. Besonders augenfällig ist das bei allen sehr hellen Beobachtungsobjekten, wie zum Beispiel dem Mond.
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Der alte Auszug mit Zahn, Trieb und einstellbarem Shifting
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Der neue 2” kugelgelagerte Crayford OAZ von TS ist shiftingfrei.
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Da ich mit meinem neuen Okularauszug (TS FOC NC 2) der Firma Teleskop-Service nicht mehr mit allen Okularen in den Fokus kommen kann, habe ich mir die oben abgebildete 2” Verlängerungshülse mit einer Verlängerung des optischen Weg von 35 mm angeschafft.
Merkmale der TS 2” Verlängerungshülse (TSV235): - hohe Verarbeitungsqualität - schwaz eloxiert und innen geriffelt - Einschraubgewinde für 2 Filter - Sicherungsnut - Klemmung der Oklulare über einen Messing-Spannring - Klemmung des Spannring über eine Ränelschraube - Baulänge ca. 70 mm - optisch wirksamer Weg 35 mm
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Ich habe das zum Lieferumfang des neuen Okularauszug gehörende Reduzierstück von 2” auf 1 1/4” gegen das oben abgebildete von Baader-Planetarium ausgetauscht, weil mir dieses Reduzierstück auf Grund seiner Ausstattung mehr Möglichkeiten bietet.
Merkmale des Baader-Reduzierstück 2” auf 1 1/4”: - 2" Ansatz (Fernrohrseitig) mit Sicherungsnut - 1 1/4" Ansatz mit Klemmring über 2 große Rändelschrauben - Fernrohrseitige Hilfsgewinde > M-48 (2") Filtergewinde > T-2 Gewinde > M-36,4 Vixen Gewinde - Okularseitige Hilfsgewinde > Aufgesetztes T-2 Gewinde für fotografisches Zubehör
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Vorbereitende Maßnahmen
- Position der oberen Blende kennzeichnen - Position des unteren Abschlussring kennzeichnen - Position der Fangspiegelzelle kennzeichnen - Position der Fangspiegelstreben kennzeichnen
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Die Schutzdeckel, Sucher, Telrad und die seitlichen Höhenräder sind jetzt abmontiert.
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Der Fangspiegel ist ebenfalls ausgebaut und sieht seiner sich als notwendig erwiesenen Entstaubung entgegen.
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Die Abschlussringe werden von meinen beiden Vereinskameraden vorsichtig und fachgerecht demontiert.
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Der Abschlußring ist abgebaut und der Hauptspiegel mit seiner Halterung wird im nächsten Schritt demontiert.
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Der Hauptspiegel ist nun auch demontiert und wartet auf seine sich als notwendig erwiesene Entstaubung.
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Die Velourstreifen werden in einer Breite von 5 cm zugeschnitten, ausgerichtet und von der rückseitigen Folie befreit.
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Die Streifen werden seitenrichtig gedreht und zum kleben angereicht.
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Vorsichtig und präzise wird Velourstreifen an Velourstreifen geklebt.
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Meine Vereinskameraden bestehen darauf: den letzten Streifen muß ich anbringen.
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Nach dem Einkleben wird das Velour von Fuseln und Schmutz befreit.
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Es wird Maß genommen um den neuen OAZ genau zentriert anzubringen.
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Der linke seitliche Abstand zum OAZ wird gemessen und angezeichnet.
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Der rechte seitliche Abstand zum OAZ wird gemessen und angezeichnet.
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Die Abstände werden nochmal mit dem angesetzten OAZ kontrolliert.
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Die Bohrlöcher für den neuen OAZ werden angezeichnet und gekörnt.
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Die Löcher für den neuen OAZ werden mit äußerster Präzission gebohrt.
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Die neuen Löcher für den OAZ werden sorgfältig sauber ausgefeilt.
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Nun ist es endlich so weit, der neue OAZ wird am Tubus angeschraubt.
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Danach wurden noch folgende Arbeiten ausgeführt:
- Hauptspiegel entstaubt - Hauptspiegel einbauen - Unteren Abschlussring anbringen - Fangspiegel entstaubt - Fangspiegel einbauen - Oberen Blendenring anbringen - Optischen Sucherschuh korrigieren - Optischen Sucher anbringen - Telrad anbringen - Seitliche Höhenräder wieder anbauen - Komplette Justierung des gesamten System
Fazit
Der Bildkontrast ist durch die Streulicht- und Reflexunterdrückung merklich gesteigert worden. Die Velourfolie hat das bewirkt, was sie sollte: das schon immer gute Teleskopbild ist hervorragend geworden. Der Sucher ist und bleibt ordentlich eingestellt. Ein Justieren vor jeder Beobachtung ist nun endlich nicht mehr nötig. Der neue Okularauszug hat gehalten, was Teleskop-Service versprochen hat: er ist sehr feinfühlig und absolut shiftingfrei. Mit den TeleVue-Okularen komme ich nicht mehr in den Fokus. Die Anschaffung einer 2” Verlängerungshülse wurde notwendig.
Bedanken möchte ich mich bei meinen beiden damaligen Vereinskameraden. Sie haben mich bei den oben beschriebenen Tuningmaßnahmen mit ihren handwerklichen Fähigkeiten tatkräftig unterstützt.
Abkühlen des Hauptspiegel durch Einbau der Tubusventilation beschleunigen
Nachdem der Teleskoptubus nun schon vor einiger Zeit mit Velour ausgekleidet wurde, ist in mir - angeregt durch etliche Berichte im Internet und vor allem durch die Erfahrungen meiner Vereinskameraden - der Wunsch gereift, meinen Dobson ebenfalls mit einer Ventilation zu versehen. Das Ventilationssystem soll erstens den Hauptspiegel möglichst schnell auf die Umgebungstemperatur abkühlen, zweitens soll durch das Lüftungssystem vermieden werden, daß sich in der Mulde des Hauptspiegels eine störende Luftsäule bilden kann und drittens sollen mit Hilfe des Lüfters die Luftturbulenzen im Tubus des Dobson abgestellt werden. Im Intenet und in den Fachzeitschriften finden allerdings regelrechte Glaubenskriege darüber statt, ob der Lüfter nun auf den Hauptspiegel pusten soll oder ob der nicht besser die Luft um den Hauptspiegel ansaugen soll. Außerdem läßt sich vorzüglich darüber streiten, ob der Lüfter nun hinten am Teleskop oder an der Seite des Tubus angebracht werden muß. Im Verein sind alle Variationen vertreten, und so konnte ich mir dann das für mich passende herausfischen. Mein Lüfter wird von unten saugend verwendet.
Außer diesen Überlegungen war es für mein Teleskop aber auch erforderlich, daß ich die Lüftung entfernen kann. Dies ist zum ersten erfoderlich, um den Hauptspiegel auch weiterhin justieren zu können und zu zweiten um meine Transportgewohnheiten erhalten zu können.
Ich entschied mich also dafür, ein abnehmbares System zu verwenden - einen Lüfter in Gebrauch zu nehmen, der ein hohes Födervolumen bei schnellen Umdrehungsgeschwindigkeiten besitzt und der vibrationsarm, also kugelgelagert sein sollte. Außerdem sollte es möglich sein, die Umdrehungsgeschwindigkeit praxisbezogen regeln zu können, was ich durch die Verwendung eines Drehpoteniometers erreichen wollte. Und es war mir auch wichtig, daß die ganze Montierung des Systems leicht war - denn ich habe ja einen Dobson in sogenannter Leichtbauweise.
Da ich selbst kein besonders guter Handwerker bin, habe ich mit einem Bekannten darüber gesprochen, wie ein solches System am besten zu realisieren wäre und ob er mir so etwas dann auch bauen würde. Wir waren uns schnell einig geworden. Es sollte eine leichte Aluminiumplatte verwendet werden, die mittels Schrauben am Teleskop zu befestigen wäre. Vibrationen sollte ein Moosgummistreifen verhindern. Das Ergebnis seiner Handwerkskunst stelle ich nachfolgend mit entsprechenden Bildern und Kommentaren vor:
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Lüfter und Drehpotentiometer
Ich benutze den leisen und vibrationsarmen, kugelgelagerten 120’er PC-Lüfter Noiseblocker Ultra Silent Fan SX2 blue mit einer Drehzahl von 1.850 U/Min bei einem Fördervolumen von 126 m³ je Stunde. Der leichte, zuverlässige Drehpontiometer stammt, wie der Lüfter, aus dem Hause BlackNoise.
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Innenseite des fertig montierten Lüfters.
Rechts oben die Kabelhalterung des vom Lüfter von außen kommenden Kabels und die Weiterführung des Kabels zur Rückseite des links oben im Bild zu sehenden Potentiometer. Am Rand der Aluminiumplatte ist ein Streifen Moosgummi als Dichtungsmaterial und Vibrationshemmer aufgeklebt..
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Außenseite des fertig montierten Lüfters
Links im Bild die Kabelhalterung des zur Batterie führenden Kabels. Das Kabel selbst ist um das Lüftergehäuse geführt. Oben im Bild der Drehpotentiometer, mit dem die Drehzahl des Lüfters geregelt wird. Auf dem Lüftergehäuse ist ein Schutzgitter zur Vermeidung von Verletzungen angebracht.
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Der hintere Abschlußring des Dobson
Die dünne, leichte Aluminiumplatte wird mit vier Drehschrauben am Abschlußring befestigt. Dazu wurden vier Löcher gebohrt und die Gewinde geschnitten. Der Moosgummistreifen liegt auf dem Abschlußring auf und verhindert so sehr zuverlässig eine mögliche Übertragung der Lüftervibrationen auf den Tubus.
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Moosgummistreifen, Aluplatte und Lüftergehäuse
Hier nun eine Detailaufnahme des auf der Aluminiumplatte montierten Lüfters. Unten im Bild ist der Moosgummistreifen zu sehen, dann die Aluminiumplatte und das außen montierte Lüftergehäuse mit dem zur Verwahrung umlaufenden Kabel. Rechts der Potentiometer zur Steuerung der Geschwindigkeit des Lüfters. Links eine der vier Befestigungsschrauben.
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Hinteres Ende des Teleskoptubus mit dem Hauptspiegel
Auf dem Bild sieht man die Justierschrauben der Halterung des Hauptspiegels. Sie sitzen sehr weit innen. Sie konnten daher nicht verlängert werden um die Justierung des Hauptspiegels bei montiertem Lüfter zu ermöglichen. Daher kann die Aluplatte mit dem Lüfter abgenommen werden, wenn die Lage des Hauptspiegels nicht mehr korrekt ist und justiert werden muß.
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Das Teleskop ist fertig zum Transport
Ein weiterer Grund für meine Entscheidung, ein abnehmbares Belüftungssytem zu verwenden, ist die Art und Weise, wie ich meinen Dobson zu transportieren pflege. Er befindet sich nämlich während aller Transporte immer in den beiden Styroporformteilen, in denen die beiden Abschlußdeckel eingelassen sind. Dadurch steht er beim Transport stabil und kann nicht wegrollen.
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Am Telekop angebrachte Spiegelbelüftung
Hier sieht man den mit dem Teleskop verbundenen, ansaugenden Lüfter. Unten im Bild der Bleigelakku, der den Lüfter mit Energie versorgt. Er steht hinten in der Rockerbox um ein Verwickeln des Kabels vom Lüfter zum Akku zu verhindern. Der Drehpotentiometer befindet sich auf der gleichen Seite wie der Okularauszug, so daß ich ihn sehr bequem während der Beobachtung erreichen kann.
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Den Lüfter betreibe ich an einem Panasonic Bleigelakku, der hier näher beschrieben ist. Er ist auch für die teilweise sehr kalten Winternächte gut geeignet. Gekauft bei: www.akkushop.de
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Der nebenstehende Bleigelakku erhält seine verbrauchte Energie mit Hilfe des Ansmann-Ladegerät zurück. Die Beschreibung des Ladegarät finden Sie hier. Gekauft bei: www.akkushop.de
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Fazit
Ich hatte einen Tag nach der Montage an meinen Dobson die Gelegenheit, den Lüfter und sein Leistungsvermögen am Himmel zu testen. Erstens war die Abkühlzeit um ca. die Hälfte gesunken, so daß ich das Teleskop wesentlich schneller in gebrauch nehmen konnte. Während der Abkühlzeit lief der Lüfter mit voller Leistung. Als erstes testete ich, während die Ventilation noch auf der höchsten Stufe lief, das Bild des Dobson am Saturn bei maximal 300-facher Vergrößerung. Dann regelte ich den Lüfter auf halbe Leistung und verglich den Anblick im Okular. Danach schaltete ich zum Vergleich den Lüfter ganz aus. Zwischen dem unruhigen und wabernden Bild im Okular bei ausgeschaltetem Lüfter und dem drastisch besseren, sehr ruhigen Bild bei voller Lüfterleistung lagen wirklich Welten. So deutlich hatte ich mir den Unterschied tatsächlich nicht vorgestellt. Die Qualitätsdifferenz zwischen dem sich im Okular gezeigten Objektanblick bei voller Lüfterleistung und bei halber war fast nicht wahrnehmbar. Also kann ich die Tubusventilation zukünftig beim Beobachten wohl auf die halbe Leistung oder weniger herunter regeln. Danach habe ich mir - trotz Vollmond - M 42 bei 38- und 67-facher Vergrößerung angesehen. Erwartunsggemäß war der Unterschied hier nicht so deutlich wahrzunehmen. Lediglich am Trapez konnte der Unterschied festgemacht werden. Die nächsten Testkandidaten waren Ha und Chi Persei bei 29-facher Vergrößerung im 2”-Zoll Okular und bei 38-facher Vergrößerung im 1,25” Okular. Auch hier war der Unterschied deutlich erkennbar, wenn auch etwas weniger ausgeprägt als am Saturn. Als nächstes Objekt habe ich mir den Mondrand bei 480-facher Vergrößerung angesehen. Ein wirklicher Genuß, obwohl diese Vergrößerung weit jenseits der sinnvollen Maximalvergrößerung lag. Alles in allem ist also festzustellen, daß mein Belüftungssystem meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern diese noch in erheblichem Maße übertroffen hat..
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