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Um den Polarstern zu finden, benutzt man am besten den Großen Wagen, der sehr leicht zu erkennen ist. Anhand der sieben Sterne des Großen Wagens ist Polaris schnell zu entdecken. Verlängert man die Strecke der beiden Kastensterne um das fünffache so hat man Polaris schon gefunden. Man stelle sich dazu den Wagen auf dem Boden stehend vor und verlängert dann in Richtung Himmel.
Wegen seiner horizontnahen Stellung an Winterabenden kann der Große Wagen eventuell übersehen werden. Dann hilft Kassiopeia, das Himmels-W. Es steht dem Großen Wagen diametral gegenüber, wenn man den Polarstern in die Mitte stellt. Steht der Große Wagen tief, so erblicken wir das Sternbild Kassiopeia steil über unser Köpfen. Es ist leicht zu erkennen, denn die sechs Sterne der Kassiopeia bilden ein markantes, großes W. Seine mittlere Spitze deutet ungefähr auf Polaris
Wenn man auf Polaris am Himmel sieht, blickt man nach Norden und im eigenen Rücken befindet sich Süden. Rechts von einem ist dann Osten und links ist Westen.
Hier und hier finden Sie weitere Orientierungshilfen Grafiken erstellt mit Stellarium
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Allgemeines
Zu den wohl bekanntesten Sternen am Himmel gehört ohne jeden Zweifel der Nordstern. Selbst solche Menschen, die die Astronomie gar nicht interessiert kennen ihn. Der Nordstern ist in jeder klaren Nacht an einem mäßig dunklen Himmel immer an der gleichen Stelle am Himmel zu sehen. Sieht man den Polarstern, dann schaut man auch in Richtung Norden. Der Nordstern, den man auch Polaris nennt, steht sehr nahe am Himmelsnordpol, wo die gedachte und nach Norden hin verlängerte Erdachse das Himmelsgewölbe durchstößt. Um ihn herum beschreiben wegen der Rotation der Erde scheinbar alle Sterne ihre Kreise. Der Nordstern selbst beschreibt in ca. 24 Stunden einen winzig kleinen Kreis um den Himmelsnordpol herum, was aber für das menschliche Auge nicht wahrnehmbar ist. Der Nordstern als Stern 2. Größenklasse ist zwar gut zu sehen, aber er ist nicht besonders auffällig. Polaris steht am Ende der Deichsel des Kleinen Wagens. Nach dem griechischen Astronomen Claudios Ptolemäus markiert Polaris die Schwanzspitze des Kleinen Bären. Seine astronomisch korrekte Bezeichnung lautet α Ursae Minoris, abgekürzt daher α UMi. Die meisten Sterne des Kleinen Wagens sind recht lichtschwach, weshalb man ihn an unserem stets aufgehellten Stadthimmel kaum erkennt. Dennoch kann Polaris relativ leicht identifiziert werden, wenn man sich der oben auf dieser Seite unter Orientierungshilfe beschriebenen Methoden bedient.
Polaris Rolle als Lotsenstern
Da der Nordstern die Orientierung auf dem Land, dem Meer und am Sternenhimmel ermöglicht, hatte er bei allen Völkern der Nordhalbkugel seine Bedeutung als Lotsenstern. In unserer heutigen Zeit hat Polaris keine Bedeutung mehr für die Orientierung zu Lande und auf dem Wasser. Moderne Instrumente und GPS haben den Nordstern aus dieser Rolle verdrängt. Aber die beobachtenden Astronomen und andere Sternfreunde schätzen Polaris noch sehr, weil sie mit seiner Hilfe zuverlässig und schnell ihre parallaktisch montierten Teleskope einnorden können. Dafür stellen sie die Stundenachse ihrer Fernrohrmontierung einfach in Richtung Polaris. Der Nordstern gibt aber nicht nur die Nordrichtung an, mit seiner Hilfe kann man auch die geografische Breite eines Beobachtungsortes auf der Erde schnell abschätzen, denn der Himmelsnordpol steht so hoch über dem Nordpunkt am Horizont, wie es der geografischen Breite des Beobachtungsortes entspricht. Wenn man Polaris senkrecht über dem eigenen Kopf im Zenit stehen sieht, dann ist man auf dem Nordpol. Steht er knapp über dem Nordhorizont, so steht man nahe am irdischen Äquator.
Wissenswertes
Der Nordstern war nicht immer Polarstern und wird es auch nicht immer bleiben. Nur in unserer Zeit markiert er in etwa den Himmelsnordpol. In der Steinzeit hatte die Wega die Funktion des Nordsterns. Zur Zeit der griechischen Antike war Polaris noch etwa 12° vom Himmelsnordpol entfernt, folglich konnte er die Rolle als Nordstern nicht inne haben. Vor 4.700 Jahren nahm ein anderer Stern die Funktion des Nordstern wahr, es handelte sich dabei um α Draconis. Polaris bewegt sich gegenwärtig noch geringfügig in Polrichtung und wird im Jahr 2102 mit 0° 27' 31" in der geringsten Entfernung zum Nordpol stehen. Danach wird er sich langsam wieder vom Himmelspol entfernen. In etwa 5.300 Jahren wird der Stern Aldemarin im Sternbild Cepheus die Nordstern-Funktion inne haben. Etwa im Jahre 10.000 wird ein Stern im Sternbild des Schwan die heutige Rolle von Polaris übernehmen. Dieser Stern ist Deneb. Ab dem Jahre 14.000 wird dann die Wega der neue Polarstern sein. Wega ist der hellste Stern am Nordhimmel und befindet sich im Sternbild Leier. Anzumerken ist aber noch, das keiner der beiden Polaris-Nachfolger so nahe am wirklichen Nordpol stehen wird wie es heute Polaris tut.
Polaris hat eine mittlere scheinbare Helligkeit von 2,02 mag und gehört zu einem Dreifachstern. Er ist dabei die Hauptkomponente in einem spektroskopischen Doppelsternsystem, das mit einem Hauptreihenstern der Spektralklasse F2 einen sogenannten visuellen Doppelstern mit einem Komponenzenabstand von ca. 18’’ bildet. Polaris selbst gehört zur Spektralklasse F7 und zur Leuchtkraftklasse Ib. Polaris ist also ein Überriesenstern, dessen Durchmesser in etwa 100 Sonnendurchmesser beträgt und dessen Leuchtkraft der von ca. 5.000 Sonnen entspricht. Seine Entfernung von der Sonne beträgt 431,42 Lichtjahre, das entspricht einer Entfernung von 27.283.753,74 Astronomischen Einheiten (AE). Polaris ist ein Veränderlicher vom Typ der Cepheïden mit einer Periode von 3,97 Tagen und einer Amplitude von 0,01 mag. Polaris gehört somit zur Gruppe der Pulsationsveränderlichen. Seine Pulsationen könnten aber in der nächsten Zukunft aufhören, denn seine Helligkeitsamplitude nimmt seit 1980 systematisch ab.
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