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Der Planet Mars ist von der Sonne aus gesehen der vierte Planet, der wegen seiner bereits mit bloßem Auge erkennbaren roten Färbung häufig auch Roter Planet genannt wird.
Der Mars gehört zu den terrestrischen oder erdähnlichen Planeten, sein Durchmesser ist etwa halb so groß wie der der Erde. Lange Zeit wurde er als der wahrscheinlichste Ort für die Existenz außerirdischen Lebens angesehen. Unterstützt wurde diese Vermutung durch die Entdeckung der Polkappen, die jahreszeitliche Änderungen aufweisen. Im 19. Jahrhundert gab es mehrere Beobachter, darunter insbesondere Percival Lowell, die meinten, auf der Oberfläche ein ausgedehntes, von intelligenten Wesen angelegtes System von Kanälen ausmachen zu können. Die Ergebnisse der Raumsonden haben bislang keinerlei Hinweise auf lebende Organismen geliefert. Allerdings wurden durch Untersuchungen an Meteoriten, die vermutlich vom Mars stammen, Spekulationen entfacht, daß es in ferner Vergangenheit, als es auf Mars noch feuchter und wärmer gewesen war, mikroskopisches Leben gegeben haben könnte - die Möglichkeit der Existenz lebender Organismen in unterirdischem Gestein auf der Mars kann bislang nicht ausgeschlossen werden.
Zu den erfolgreichen US-Sonden zum Mars gehören: Mariner 4 im Jahr 1965, 1969 Mariner 6 und 7, 1971 Mariner 9 und 1976 Viking 1 und 2. Nach dem Fehlschlag des Mars Observer 1993 starteten die USA den Mars Pathfinder, der im Juli 1997 landete, den Mars Global Surveyor, der 1999 aus der Marsumlaufbahn mit der Kartierung der Oberfläche begann. und die Mission 2001 Mars Odyssey. 2003 folgten die beiden Mars Exploration Rovers „Spirit“ und „Opportunity“ sowie die europäische Mars Express Sonde, 2005 erreichte der Mars Reconnaisance Orbiter den roten Planeten.
Der Mars verfügt über eine relativ geringe Dichte, die 3,95mal größer ist als die von Wasser. Hieraus schließt man, daß 25 Prozent seiner Masse in einem Eisenkern stecken. Die Kruste weist hohe Anteile an Olivin und Eisenoxid auf, was ihm seine rote Färbung verleiht. Er besitzt ein schwaches Magnetfeld, dessen Feldstärke nur zwei Prozent der irdischen ausmacht.
Er besitzt eine dünne Atmosphäre, deren Druck am Boden nur 0,7 Prozent des irdischen Bodenluftdrucks beträgt. Sie besteht zu 95,3 Prozent aus Kohlendioxid, 2,7 Prozent aus molekularem Stickstoff und 1,6 Prozent Argon. Sauerstoff ist nur in geringen Spuren vorhanden. Trotz der geringen Dichte kommt es hin und wieder zu Staubstürmen, die den gesamten Planeten einhüllen können.
Ebenfalls kann es zu Wolken- und Dunstbildung kommen. Morgennebel entsteht in Tälern, und orographische Wolken treten auf, wenn ein kühler Wind die Atmosphäre über die hohen Berge insbesondere der Tharsis-Region weht. Im Winter ist die Nordpolkappe in einen Schleier aus eisigem Dunst und Staub eingehüllt. Über dem Südpol ist dieser Effekt weniger stark ausgeprägt.
Die Polkappen sind mit einer dünnen Schicht aus Eis, wahrscheinlich einem Gemisch aus Wassereis und gefrorenem Kohlendioxid, bedeckt. Aufnahmen mit hoher Auflösung zeigen spiralförmige und vom Wind verwehte Ablagerungen. Die Nordpolregion ist von ausgedehnten Dünen umgeben. Die Ausdehnung der Eiskappen schwankt mit den Jahreszeiten. Dieser Effekt wird, ebenso wie auf der Erde, durch die Neigung der Rotationsachse (um 25°) gegen die Umlaufebene verursacht.
Da ein Marsjahr etwa zwei Erdjahren entspricht, dauern auch die Jahreszeiten doppelt so lang. Wegen der starken Exzentrizität der Marsbahn sind sie jedoch unterschiedlich lang. Der Sommer auf der Südhalbkugel, wenn sich der Planet nahe am Perihel befindet, ist kürzer und heißer als auf der Nordhalbkugel. Jahreszeitliche Änderungen in der Erscheinungsform von Oberflächenmerkmalen werden mit physikalischen und chemischen Vorgängen erklärt.
Die Topographie zeigt auf zwei Hemisphären ein unterschiedliches Aussehen, wobei die beiden Hälften durch einen Kreis markiert werden, der um etwa 35° gegen den Äquator geneigt ist. Der südliche Teil besteht größtenteils aus altem, stark mit Kratern zerfurchtem Gelände. Hier findet man auch die großen Becken der Hellas, Argyre und Isidis Planitia. Die nördliche Hemisphäre wird dagegen von jüngerem, weniger mit Kratern übersäten Gelände dominiert, das zudem 2 bis 3 Kilometer tiefer liegt als das südliche. Die höchsten Gebiete sind die großen Vulkane des Tharsis und Elysium Planitia. In beiden Gegenden gibt es riesige, erloschene Vulkane, von denen der größte Olympus Mons ist.
Diese Vulkangebiete befinden sich am östlichen und westlichen Ende eines enormen Canyon-Systems, den Valles Marineris, das sich über eine Länge von 5000 Kilometern in der Äquatorgegend erstreckt und im Durchschnitt 6 Kilometer tief ist. Vermutlich entstand es durch eine Faltung, bei der sich der Tharsis-Rücken aufschob.
Einige Beobachtungen von Kanälen deuten darauf hin, daß es früher flüssiges Wasser auf dem Mars gegeben hat. Kanäle in den Valles Marineris scheinen durch plötzliche Überflutungen entstanden zu sein. Außerdem gibt es einige stark gewundene, ausgetrocknete Flußbetten mit zahlreichen Nebenflüssen, die ausschließlich in den stark mit Kratern zerfurchten Gebieten auftreten.
Zwei kleine Monde, Phobos und Deimos, umrunden den Mars in geringem Abstand auf nahezu kreisförmigen Bahnen, die in der Äquatorebene liegen. Von der Erde aus sind sie nur schwer beobachtbar. Da sie sich stark von ihrem Planeten unterscheiden, vermuten einige Astronomen, daß es sich um eingefangene Asteroiden handelt.
ch kann Ihnen auch noch zwei Videos von alpha Centauri empfehlen, in denen Professor Harald Lesch sich mit der Erde beschäftigt. Was ist dran am Marsgesicht? Was sollen wir auf dem Mars?
Die Daten des Planeten Mars
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Mittlere Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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227.936.640 km = 2,2793664x108 km = 1,523662 AE 1,524
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Kleinste Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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206.600.000 km = 2,066x108 km = 1,381 AE 1,404
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Größte Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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249.200.000 km = 2,492x108 km = 1,666 AE 1,638
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Größe des Radius am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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3.397 km = 3,397x103 km 0,5326
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Größe des Umfang am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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21.344 km = 2,1344x104 km
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Volumen Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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163.140.000.000 km3 = 1,6314x1011 km3 0,15
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Masse Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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641.850.000.000.000.000.000.000 kg = 6,4185x1023 kg 0,10744
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Dichte Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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3,94 g/cm3 0,714
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Oberfläche Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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144.100.000 km2 = 1,441x108 km2 0,282
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Oberflächenschwerkraft am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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3,693 m/s2 0,38
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Entweichgeschwindigkeit Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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18.072 km/h =5,02x103 m/s 0,7222
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Dauer der siderischen Rotationsperiode Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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1,026 Tage oder 24,62 Stunden 1,0286
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Mittlere Umlaufzeit um die Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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1,8807 Jahre oder 686,93 Tage 1,8807
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Mittlere Umlaufgeschwindigkeit um die Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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86.871 km/h = 24.130,9 m/s 0,81
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Numerische Exzentrität Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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0,0934 5,59
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Bahnneigung zur Sonnenbahn
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1,8°
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Äquatorneigung zur Umlaufbahn Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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25,19° 1,0742
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Größe der Umlaufbahn
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1.366.900.000 km = 1.3669x109 km
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Oberflächentemperatur
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Durchschnitt -46° C / Minimal -87° C / Maximal -5° C
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Anzahl und Bezeichnung der Monde
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2 (Phobos und Deimos)
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Benutzte Quellen - Text: Astronomie-Lexikon RedShift / Daten: Seiten der NASA und der ESA / Bilder: (c) NASA
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