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Steinbock - Capricornus - Capricorni - Cap Deutscher Name - Lateinischer Name - Lateinisches Genitiv - Abkürzung
Das Sternbild Steinbock ist ein wenig auffälliges Sternbild am nächtlichen Firmament. Es besteht überwiegend aus Sternen der 4. Größenklasse. Sein hellster Stern ist ein Mehrfachstern, der aus zwei gelben Überriesen mit scheinbaren Helligkeiten von 4,3 und 3,6 mag besteht. Das Sternbild hat die sehr markante Form eines nach Süden zeigenden Pfeilkopfs. Der Steinbock grenzt im Norden an den Wassermann und den Adler, im Westen an den Adler und den Schützen, im Süden an den Schützen sowie im Osten an den Wassermann. Vor dem Jahr 130 vor Christus stand die Sonne im Steinbock, wenn sie ihren südlichsten und damit tiefsten Punkt am Himmel erreichte. Diesen Punkt bezeichnen die Astronomen als den Wendepunkt des Steinbock oder die Wintersonnenwende. Obwohl der Punkt der Wintersonnenwende heute im Sternbild Schütze liegt, wurde der Name Wendekreis des Steinbock bis in unsere Zeit beibehalten. Daraus ergibt sich gleichzeitg, daß die scheinbare Sonnenbahn (Ekliptik) durch dieses Sternbild führt. Capricornus ist das kleinste Sternbild der Tierkreiszeichen. In der Zeit vom 3. Juli bis zum 15. August entspringt dem Sternbild scheinbar der Meteorstrom der Alpha Capricorniden. Das Sternbild Steinbock gehört zu zu den ältesten bekannten Sternbildern und den 48 Sternbildern der antiken griechischen Astronomie, die bereits im Katalog des Ptolemäus (140 nach Chr.) enthalten sind. Schon die Babylonier bezeichneten das heute Steinbock genannte Sternbild als Ziegenfisch, weil die Bewohner des Küstenstreifens zum Zeitpunkt der Sichtbarkeit des Sternbilds die in Schwärmen durch das Rote Meer wandernden Ziegenfische (Parupeneus forskalii) fingen. Auch der sumerische Name für dieses Sternbild bedeutet Ziegenfisch. Capricornus wird oftmals mit dem Kopf und Oberkörper der Ziege und dem Schwanz eines Fisches abgebildet. Dieses Fabelwesen ist schon seit langer Zeit bekannt und taucht in zahlreichen Kulturen auf. Die Abbildung wurde bereits auf Steinen aus dem antiken Mesopotamie gefunden. In der griechischen Mythologie wurde Capricornus mit dem Götterknaben Pan in Verbindung gebracht. Der sprang auf der Flucht vor dem auf die Götter Jagd machenden Untier Typhon ins Meer. Pan wollte dabei seine Gestalt in die eines Fisches verwandeln. Das gelang ihm aber nur am Unterleib. Daraufhin attackierte der verärgerte Typhon den Gott Zeus. Er riss ihm die Sehnen der Arme und Beine heraus. Pan und Hermes kamen Zeus zu Hilfe und setzten ihm seine Sehnen wieder ein. Im Anschluß an seine Gesundung überwältigte Zeus das Untier Typhon und versetzte zum Dank Pan in der Gestalt des Ziegenfischs an den Himmel. Einer anderen Erzählung nach wurde Zeus als Kind von einer Ziege gesäugt, aus deren Hörnern Nektar und Ambrosia floss. In einer weiteren Variante soll eines der Ziegenhörner abgebrochen sein. In dieses Horn hätten die Nymphen süße Früchte für Zeus gefüllt. So wurde das abgebrochene Horn zum Füllhorn und damit auch zum Symbol des Überflusses. In beiden Sagen hat Zeus aus Dankbarkeit die Ziege an den Himmel versetzt. Erst zur Römerzeit wurde das Sternbild in Steinbock umbenannt.
Der Steinbock bedeckt am Firmament eine Fläche von 414 Quadratgrad und erreicht seine größte Höhe über dem Horizont jedes Jahr Anfang August gegen Mitternacht (MEZ).
Das Sternbild Steinbock ist südlich von -81° geographischer Breite zirkumpolar, nördlich von 62° geographischer Breite dagegen nicht mehr vollständig sichtbar. Sein Deklinationsbereich erstreckt sich von 28° Süd bis 8° Süd.
Sternkarte Sternbild Steinbock Beobachtungsberichte: keine vorhanden DeepSky-Objekte bis 9. Größenklasse: M 30 Himmelsansicht für den Monat der höchsten Stellung am Himmel gegen Mitternacht (MEZ)
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