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Der Planet Venus ist der von der Sonne aus gesehen zweite Planet des Sonnensystems. Er gehört zu den terrestrischen Planeten und ist in der Beschaffenheit der Erde ähnlich und nur wenig kleiner als diese. Wie die Erde ist die Venus von einer ausgeprägten Atmosphäre umgeben.
Von allen Planeten kommt die Venus der Erde am nächsten und ist nach Sonne und Mond das hellste Objekt am Himmel. Da ihre Umlaufbahn innerhalb der Erdumlaufbahn liegt, kann sie am Himmel nie weiter als 47° von der Sonne entfernt stehen. Aus diesem Grund ist sie entweder abends am Westhimmel oder morgens am Osthimmel zu sehen und wird entsprechend als Morgen- oder Abendstern bezeichnet.
Aufgrund ihrer Lage innerhalb der Erdumlaufbahn durchläuft die Venus die Phasen ähnlich dem Mond. Zum Zeitpunkt ihrer größten Helligkeit und Erdnähe ist die Sichelgestalt schon in einem kleinen Teleskop zu sehen.
Die Oberfläche von Venus ist ständig von dichten, stark reflektierenden Wolken bedeckt, die im sichtbaren Licht nur wenige Strukturen zeigen, im ultravioletten Licht aber eine Bandstruktur aufweisen, einschließlich einer charakteristischen Y-förmigen Struktur. Diese Wolken bestehen aus Schwefelsäure-Tröpfchen, die sich durch die Einwirkung des Sonnenlichts auf in der Atmosphäre vorhandenem Kohlendioxid, Schwefelverbindungen und Wasserdampf bilden.
Die Atmosphäre besteht überwiegend aus Kohlendioxid. Der Druck an der Oberfläche ist 90mal höher als auf der Erde. Die außergewöhnlich hohe Oberflächentemperatur von 450°C ist eine Folge des Treibhauseffekts.
Venus war in den 70er und 80er Jahren das Ziel zahlreicher sowjetischer und amerikanischer Raumsonden, namentlich der sowjetischen Venera- und Vega-Programme und der amerikanischen Pioneer Venus-Sonden. Die extremen Temperaturen und Drucke stellen erhebliche Porbleme dar; viele der Raumsonden wurden nach relativ kurzer Zeit zerstört, manchmal sogar bevor sie Daten übermitteln konnten. Dennoch war es möglich, die chemische Zusammensetzung einiger Gesteinsproben zu bestimmen und Panoramaaufnahmen der unmittelbaren Umgebung der Landestellen zu übermitteln, auf denen eine wüste Felsenlandschaft zu sehen war.
Die ersten Radarkarten, die von Raumsonden auf einer Umlaufbahn um die Venus angefertigt wurden, zeigten, daß der überwiegende Teil der Oberfläche aus ausgedehnten Ebenen mit mehreren großen Plateaus besteht, die Höhen von einigen Kilometern erreichen. Die beiden größten Hochebenen sind Ishtar Terra auf der nördlichen Halbkugel und Aphrodite Terra in der Äquatorregion. Die Maxwell Montes mit einer Höhe von 11 Kilometern über dem mittleren Niveau der Planetenoberfläche stellen die höchste Erhebung dar.
1990 trat die US-Raumsonde Magellan in eine Umlaufbahn um die Venus ein und begann mit der Kartierung der Oberfläche, wobei sie auf eine hochentwickelte Radartechnik zurückgreifen konnte, die eine wesentlich bessere Auflösung als bisher lieferte. Zahlreiche Hinweise sowohl auf Einschlagstrukturen als auch auf Vulkanismus in der jüngeren Vergangenheit wurden entdeckt. Im Vergleich zum Sonnensystem ist die Venusoberfläche jung: Der älteste Krater entstand vor 800 Millionen Jahren. Dennoch wurde kein Hinweis auf noch aktiven Vulkanismus gefunden.
Durch die dichte Atmosphäre und hohe Oberflächentemperatur unterscheidet sich die Form der Einschlagkrater erheblich von denen anderer Planeten und Monde. Kleine Meteoriten verglühen vollständig beim Eintritt in die Atmosphäre, so daß es keine kleinen Krater gibt. Das beim Aufprall eines großen Meteoriten ausgeworfene Material fliegt nicht weit und ist um den Krater in aufgeschmolzener Form verstreut.
Eine große Anzahl vulkanischer Strukturen konnte identifiziert werden: Lava-Ströme, kleine Dome mit 2 bis 3 Kilometern Durchmesser, große Vulkankegel mit Hunderten von Kilometern Durchmesser, Coronae und sog. Arachnoiden. Die Coronae der Venus sind runde oder ovale vulkanische Strukturen, die von Gebirgskämmen, Rillen und radialen Linien umgeben sind. Sie erscheinen wie eingestürzte Vulkane und unterscheiden sich von allem, was man bisher auf anderen Planeten und Monden gesehen hat. Die Arachnoiden, die diesen Namen aufgrund ihres spinnenähnlichen Aussehens erhielten, weisen die gleiche Form wie die Coronae auf, sind aber kleiner. Nach einer anderen Theorie sind die Arachnoiden Vorläufer der Coronae. Die hellen, sich nach außen über viele Kilometer ausdehnenden hellen Linien deuten auf Formationen hin, die möglicherweise entstanden sind, als Magma vom Inneren des Planeten aufstieg und die Oberfläche aufbrach.
Ich kann Ihnen auch noch ein Video von alpha Centauri empfehlen, in dem Professor Harald Lesch der Frage nachgeht Ist die Venus ein Zwilling der Erde?
Die Daten des Planeten Venus
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Mittlere Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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108.208.930 km = 1,0820893x108 km = 0,723332 AE 0,723
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Kleinste Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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107.476.000 km = 1,07476x108 km = 0,718 AE 0,730
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Größte Entfernung von der Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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108.942.000 km = 1,08942x108 km = 0,728 AE 0,716
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Größe des Radius am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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6.051,8 km = 6,0518x103 km 0,9488
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Größe des Umfang am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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38.025 km = 3,8025x104 km 0,9488
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Volumen Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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928.400.000.000 km3 = 9,284x1011 km3 0,88
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Masse Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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4.868.500.000.000.000.000.000.000 kg = 4,8685x1024 kg 0,815
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Dichte Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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5,24 g/cm3 0,950
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Oberfläche Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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460.200.000 km2 = 4,602x108 km2 0,902
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Oberflächenschwerkraft am Äquator Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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8,87 m/s2 0,91
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Entweichgeschwindigkeit Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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37.300 km/h. = 1,036x104 m/s 0,927
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Dauer der siderischen Rotationsperiode Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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-243 Tage (retrograd) oder -5.832 Stunden (retrograd) 244
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Mittlere Umlaufzeit um die Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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0,615 Jahre oder 224,7 Tage 0,615
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Mittlere Umlaufgeschwindigkeit um die Sonne Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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126.077 km/h = 35.021,4 m/s 1,176
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Numerische Exzentrität Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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0,0068 0,405
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Bahnneigung zur Sonnenbahn
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3,39°
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Äquatorneigung zur Umlaufbahn Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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177,3° 7,56
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Größe der Umlaufbahn Im Vergleich zur Erde (Erde=1)
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675.300.000 km = 6,753x108 km 0,731
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Oberflächentemperatur
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Durchschnitt 456,85° C / Minimal 462° C / Maximal 462° C
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Anzahl der Monde
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keine
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Benutzte Quellen - Text: Astronomie-Lexikon RedShift / Daten: Seiten der NASA und der ESA / Bilder: (c) NASA
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