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Wasserschlange - Hydra - Hydrae - Hya Deutscher Name - Lateinischer Name - Lateinisches Genitiv - Abkürzung
Die Wasserschlange ist sowohl das flächenmäßig größte als auch das in Rektaszension längste Sternbild am Himmel. Aufgrund seiner zahlreichen lichtschwachen Sterne ist es nur sehr schwer zu erkennen. Neben dem das Herz der Hydra darstellenden hellsten Stern Alphard ist nur noch der aus einer Gruppe von sechs Sternen bestehende Kopf der Hydra leicht zu erkennen. Alpha Hydrae (Alphard) ist ein orangeroter Riesenstern mit der scheinbaren Helligkeit von 2,0 mag. Das Sternbild windet sich ausgehend vom Sternbild Krebs über den nördlichen Sternhimmel bis zum südlich des Himmelsäquators gelegenen Sternbild Waage. Die Hydra grenzt im Norden an die Sternbilder Waage, Jungfrau, Rabe, Becher, Sextant, Löwe und Krebs, im Westen an das Einhorn und das Achterdeck des Schiffs, im Süden an die Sternbilder Kompaß, Luftpumpe und Zentaur sowie im Osten an die Waage. Jedes Jahr im Dezember taucht in der Wasserschlange der schwache Meteorstrom der Alpha Hydriden auf. Die Hydra wurde bereits im Sternbildkatalog des Ptolemäus (140 v. Chr.) erwähnt. In der Mythologie existieren zwei grundverschiedene Erzählungen. Nach der einen sah man in der Wasserschlange das mit vielen Köpfen versehene und gefräßige Untier Hydra, das in einem Sumpf in der Nähe von Lerna, einem See und einer Stadt an der Küste von Argo lebte. Dem Helden Herakles war von Eurystheus, dem König von Argos, die Aufgabe übertragen worden, die Bestie zu töten. Doch Herakles musste feststellen, dass für jeden Kopf, dem er der Hydra mit dem Schwert abschlug, zwei neue, noch schrecklichere Köpfe nachwuchsen. Außerdem wurde er in seinem Kampf gegen dieses Untier von einem riesigen Krebs angegriffen. Den konnte Herakles zwar zertreten, aber die Bestie konnte er nur gemeinsam mit seinem Neffen Iolaos besiegen. Iolaos hatte brennende Holzstücke herangeschafft, mit denen er jedes Mal die von einem abgeschlagenen Kopf stammende Wunde ausbrannte und damit dafür sorgte, daß keine weiteren Köpfe nachwuchsen. Die Wasserschlange, der Krebs und auch Herakles (als Sternbild Herkules) wurden an den Himmel verbannt. Die andere Sage bringt die Wasserschlange mit den benachbarten Sternbildern Rabe und Becher in Verbindung. Demnach beauftragte der Gott Apoll einen Raben damit dem Zeus frisches Quellwasser zu holen. Der Rabe nahm einen goldenen Becher an sich und flog mit diesem zur Quelle. Unterwegs sah er einen Feigenbaum mit unreifen Früchten. Obwohl Apoll ihm befohlen hatte keine Zeit zu verlieren, wartete der ungehorsame Rabe etliche Tage auf das Reifen der Feigen um sich mit den Früchten satt zu essen. Weil er nicht bestraft werden wollte, trug er bei seiner Rückkehr die von ihm erbeutete Wasserschlange in den Fängen und behauptete, dass diese ihn aufgehalten hätte und der Grund für seine Verspätung sei. Apoll erkannte, das der Rabe ihn belogen hatte und verbannte ihn samt der Wasserschlange und dem Becher an den Himmel.
Das Sternbild Wasserschlange bedeckt am Firmament eine Fläche von nur 1.303 Quadratgrad. Es erreicht seine größte Höhe über dem Horizont jedes Jahr Anfang Februar gegen Mitternacht (MEZ).
Das Sternbild Wasserschlange wird nördlich von 54° und südlich von -83° geographischer Breite nicht mehr vollständig wahrgenommen. Sein Deklinationsbereich erstreckt sich von 35° Süd bis 7° Nord.
Sternkarte Sternbild Wasserschlange Beobachtungsberichte: keine vorhanden DeepSky-Objekte bis 9. Größenklasse: M 48 - M 83 - M 68 - NGC 3242 - Himmelsansicht für den Monat der höchsten Stellung am Himmel gegen Mitternacht (MEZ)
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