|
Zwillinge - Gemini - Geminorum - Gem Deutscher Name - Lateinischer Name - Lateinisches Genitiv - Abkürzung
Das Sternbild Zwillinge ist ein helles und markantes Sternbild am Horizont. Sein hellster Stern ist beta Geminorum und er trägt den Eigennamen Pollux. Er ist ein orangeroter Riesenstern und präsentiert sich mit einer scheinbaren Helligkeit von 1,2 mag. Das Sternbild Zwillinge ist das einzige Sternbild, bei dem der hellste Stern nicht mit alpha sondern mit beta bezeichnet wird. Als Erklärung kann die Vermutung einiger Astronomen dienen, die davon ausgehen, das Pollux zur Zeit der Namensgebung schwächer leuchtete als heute, dann aber an Leuchtkraft zulegte oder das Kastor einen Teil seiner Leuchtkraft im Vergleich zur Zeit der Namensgebung einbüßte. Das Sternbild Gemini stellt sich figürlich als ein langgezogenes Rechteck dar, an dessen Ende sich die beiden hellsten Sterne des Sternbilds, Pollux und Kastor befinden. Sie eignen sich hervorragend für eine Winkelbestimmung am Himmel, weil sie genau 4,5° voneinander entfernt sind. Pollux bildet zusammen mit Capella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier, Rigel im Orion, Sirius im Großen Hund und Prokyon im Kleinen Hund das Wintersechseck. Die Zwillinge gehören zu den Tierkreiszeichen, weil die Ekliptik, die scheinbare Sonnenbahn, innerhalb der Grenzen dieses Sternbilds verläuft und die Sonne, der Mond und die Planeten durch das Sternbild Gemini ziehen. Die Sonne befindet sich zwischen Ende Juni und Mitte Juli in diesem Sternbild. Jedes Jahr im Dezember erscheint in den Zwillingen der Meteorstrom der Geminiden, einer der hellsten und reichhaltigsten Sternschnuppenströme mit seinem Radianten nahe am Stern Kastor. Durch den östlichen Teil der Zwillinge zieht sich das Band der Milchstraße, daher findet man in diesem Bereich etliche Offene Sternhaufen. Das Sternbild Zwillinge grenzt im Norden an den Luchs und den Fuhrmann, im Westen an Stier und Orion, im Süden an das Einhorn und den Kleinen Hund sowie im Osten an das Sternbild Krebs. Die Zwillinge sind als Sternbild schon in der Antike bekannt gewesen und das Sternbild wurde auch im Katalog der 48 Sternbilder des Ptolemäus (140 v. Chr.) erwähnt. In der griechischen Mythologie galten Kastor und Pollux als unzertrennliche Zwillingsbrüder. Leda war ihre gemeinsame Mutter. Als Vater des Kastor galt der Ehemann der Leda, der König Tyndareos von Sparta. Als Vater des Pollux wurde Zeus, der Göttervater des Olymps angesehen, der sich Leda in der Gestalt eines Schwans zeigte. Daher wurde Kastor als menschlich und sterblich angesehen während Pollux als unsterblich galt, weil er von göttlicher Herkunft war. Die Brüder schlossen sich Iason und den Argonauten bei deren Suche nach dem goldenen Vlies des Widders an und erlebten gemeinsam viele Abenteuer. Den Streit mit den Zwillingsbrüdern Lynkeus und Idas überlebte nur Pollux. Er bat Zeus, seinen göttlichen Vater, die eigene Unsterblichkeit mit seinem Bruder Kastor teilen zu dürfen. Zeus erfüllte den Wunsch des Kastor und deshalb verbringen die beiden Brüder ihre Tage seit dem gemeinsam aber abwechselnd im Hades, dem Platz der unablässigen Teilnahmslosigkeit und Langeweile oder auf dem Olymp, dem Sitz der Götter. Darüber hinaus verewigte Zeus die Zwillingsbrüder als Sternbild am Himmel.
Das Sternbild Zwillinge bedeckt am Firmament eine Fläche von 514 Quadratgrad. Es erreicht seine größte Höhe über dem Horizont jedes Jahr Anfang Januar gegen Mitternacht (MEZ).
Das Sternbild Zwillinge ist nördlich von 80° geographischer Breite zirkumpolar, südlich von -55° geographischer Breite dagegen nicht mehr vollständig sichtbar. Sein Deklinationsbereich erstreckt sich von 10° Nord bis 35° Nord.
Sternkarte Sternbild Zwillinge Beobachtungsberichte: M 35 - NGC 2158 DeepSky-Objekte bis 9. Größenklasse: M 35 - NGC 2129 - NGC 2395 - NGC 2420 - NGC 2331 - NGC 2158 - NGC 2392 Himmelsansicht für den Monat der höchsten Stellung am Himmel gegen Mitternacht (MEZ)
|