|
Warum leuchtet der Mond
Der Mond leuchtet nicht selbst, er ist also eine sogenannte passive Lichtquelle. Die weiter unten dargestellte Grafik zeigt uns sehr schön, daß der Mond ständig von der Sonne angestrahlt wird. Obwohl die Mondoberfläche ausschließlich aus dunklen Steinen und Gesteinsstaub besteht, reflektiert die Mondoberfläche dennoch das einfallende Sonnenlicht. Vom einfallenden Sonnenlicht werden nur etwa 7 Prozent zurückgeworfen. Von diesen 7 Prozent erreicht wiederum nur ein Teil die Erde. Da der Mond von der Erde aus gesehen relativ groß erscheint und er für astronomische Größenverhältnisse sehr nahe an der Erde ist, reicht diese relativ geringe Lichtmenge aus, um den Mond für unsere Augen am Himmel deutlich sichtbar zu machen.
Die versteckte Mondseite
Wie wir alle wissen, dreht sich der Mond um die Erde und er dreht sich auch um sich selbst. Für eine vollständige Umdrehung um seine eigene Achse benötigt der Mond 29,53 Tage. Für einen vollständigen Umlauf um die Erde benötigt er ebenfalls 29,53 Tage. Als Folge davon sehen wir von der Erde aus immer die gleiche Mondseite. Seine Rückseite bleibt von der Erde aus gesehen unsichtbar. Allerdings sehen wir durch die optische Libration des Mondes mal etwas mehr auf der westlichen und mal etwas mehr auf der östlichen Seite. Dies gilt auch für die nördliche und südliche Mondoberfläche der uns zugewandten Mondseite.
Die Mondphasen
Zunächst sei hier der Irrtum ausgeräumt, daß die Mondphasen durch den Erdschatten entstehen. Dies ist definitiv nicht der Fall. Die nachfolgende Grafik macht schnell klar, daß Erde und Mond von den parallel einfallenden Sonnenstrahlen beleuchtet werden. Jeweils eine Seite der Erde und des Mond strahlen im Sonnenlicht während die andere Seite durch den Eigenschatten im dunklen liegt. Die Mondkugel ist also immer zur Hälfte beleuchtet. Nur eine Mondfinsternis entsteht unter bestimmten Voraussetzungen durch den Erdschatten. Die von uns aus sichtbaren Lichtgestalten (Mondphasen) entstehen einzig und allein durch die ständigen Änderungen des Elongationswinkels. Der Elongationswinkel gibt die Distanz von Sonne und Mond in Winkelgraden am irdischen Firmament an. Neumond, erstes Viertel (Halbmond), Vollmond und letztes Viertel (Halbmond) sind formal definiert als die Zeitpunkte, in denen der Mond in der Länge der Sonne um 0°, 90°, 180° und 270° voranläuft. Die von der Erde aus beobachtbaren Mondphasen hängen also zusammenfassend nur von den relativen Positionen der Erde und der Sonne zum Mond ab, denn daraus ergibt sich, welcher Teil des Mondes von der Erde aus beleuchtet erscheint.
 
Die von der Erde aus sichtbaren Mondphasen
(1) Neumond (2) Zunehmende Sichel (3) Erstes Viertel (Halbmond) (4) Zunehmender Mond (5) Vollmond (6) Abnehmender Mond (7) Letztes Viertel (Halbmond) (8) Abnehmende Sichel
(1) Neumond Mond steht für uns unsichtbar am Taghimmel Bei Neumond steht der Mond zwischen Erde und Sonne und befindet sich damit in Konjunktion zur Sonne. Der Mond zeigt uns seine unbeleuchtete, dunkle Nachtseite. Die Nacht bleibt mondlos.
(2) Zunehmende Sichel Mond ab Vormittag bis Abend zu sehen Nach Neumond entfernt sich der Mond von der Sonne. Er geht erst nach der Sonne unter. In dieser Phase ist die uns zuwandte Hemisphäre des Mondes noch immer größtenteils dunkel. Das Sonnenlicht ist jetzt kein reines Gegenlicht mehr. Das Licht der Sonne trifft den Mond nun leicht von der Seite. Wir sehen in der Abenddämmerung am rechten, westlichen Mondrand einen kleinen beleuchteten Teil, die Mondsichel. Im weiteren Verlauf sehen wir einen immer größer werdenden Teil der Tagseite des Mondes. Die in der Mondnacht liegenden dunklen Gebiete werden immer kleiner. Um diesen Zeitpunkt herum erkennen wir auch das von der Erde reflektierte Licht der Sonne auf dem unbeleuchteten Teil des Mondes. Der in der Mondnacht liegende Mondteil erscheint uns in einem schwachen, aschfahlen Licht.
(3) Erstes Viertel (Halbmond) Mond ist ab Mittags bis Mitternacht zu sehen Man sieht von der Erde aus die Hälfte der uns zugewandten Seite des Mondes im Licht, die andere Seite ist dunkel. Die Tag-Nachtgrenze (Terminator) verläuft mitten durch die Tagseite des Mond. Der Mond geht etwa zu Mittag auf und in etwa um Mitternacht unter. Bei klarerem Himmel kann man den Mond schon in den Nachmittagsstunden erkennen. Der Mond steht dann etwa 90° von der Sonne entfernt und damit in östlicher Quadratur zur Sonne. Wenn die Sonne unter geht steht der Mond ungefähr in südlicher Richtung. Die zweite Nachthälfte bleibt mondlos.
(4) Zunehmender Mond Mond ist ab Nachmittags bis nach Mitternacht zu sehen Jetzt befindet sich der Mond von der Sonne aus betrachtet weiter entfernt als die Erde. Die Mondhelligkeit steigt für uns schrittweise beträchtlich an und erhellt die Abendstunden bis nach Mitternacht.
(5) Vollmond Mond ist die ganze Nacht zu sehen Der Mond steht während der Vollmondphase der Sonne gegenüber und er ist von der Sonne aus gesehen hinter der Erde. Die gesamte der Erde zugewandte Mondhälfte steht somit voll im Sonnenlicht. Der Mond steht jetzt also in Opposition zur Sonne und kulminiert daher gegen Mitternacht in südlicher Richtung. Bei Sonnenuntergang geht der Mond auf und erst bei Sonnenaufgang geht er wieder unter.
(6) Abnehmender Mond Mond ist von vor Mitternacht bis zum Vormittag zu sehen Nach Vollmond verspäten sich die Mondaufgänge, deshalb bleiben die ersten Nachtstunden mondlos. Man kann den Mond dann bei klaren Himmel auch noch nach Sonnenaufgang am Morgenhimmel sehen.
(7) Letztes Viertel (Halbmond) Mond ist von Mitternacht bis zum Mittag zu sehen Der abnehmende Halbmond geht in etwa Mitternachts auf und bleibt bis zum Mittag am Himmel sichtbar. Er bildet während dieser Mondphase einen rechten Winkel (90°) zwischen Sonne und Erde, so daß wir direkt auf der Terminatorebene des Monds liegen. Der Mond scheint durch eine Gerade zweigeteilt zu sein, nämlich in eine beleuchtete und eine unbeleuchtete Seite. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond in westlicher Quadratur zur Sonne.
(8) Abnehmende Sichel Mond ist vom Morgen bis Nachmittags zu sehen Jetzt fehlen nur noch ein paar Tage bis Neumond, der Mond geht erst in den frühen Morgenstunden auf. Fast die ganze Nacht bleibt dann mondlos. In dieser Phase ist die uns zuwandte Hemisphäre des Mondes wieder größtenteils dunkel. Das Sonnenlicht ist jetzt kein reines Gegenlicht mehr. Das Licht der Sonne trifft den Mond nun leicht von der Seite. Wir sehen in der Morgendämmerung am linken, östlichen Mondrand einen kleinen beleuchteten Teil, die Mondsichel. Im weiteren Verlauf sehen wir einen immer größer werdenden Teil der Nachtseite des Mondes. Die in der Mondnacht liegenden dunklen Gebiete werden immer größer, bis der Mond dann schließlich als Neumond nicht mehr zu sehen ist. Um diesen Zeitpunkt herum erkennen wir auch das von der Erde reflektierte Licht der Sonne auf dem unbeleuchteten Teil des Mondes. Der in der Mondnacht liegende Mondteil erscheint uns in einem schwachen, aschfahlen Licht.
|